Die Welt geht pleite (Teil 2)

Der Beginn des großen Ausverkaufs

Das Ziel, Deutschland mit Europa zu verzahnen und eine gemeinsame europäische Währung einzuführen, wurde schon 1953 in Paris definiert. Schließlich besiegelten die Römischen Verträge 1957 die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“, zu der neben Frankreich und Deutschland auch Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg gehörten. Daraus erwuchs schließlich die EU, wie wir sie heute kennen. Die Einbindung Deutschlands spielte dabei eine so gewichtige Rolle, dass am 30. November 1989 Mitterand gegenüber Genscher mit einem Krieg gedroht haben soll, für den Fall dass Deutschland als Preis für die Wiedervereiningung die D-Mark nicht aufgeben wolle. Deutschland würde schnell einer Tripel-Allianz aus England, Frankreich und der Sowjetunion gegenüberstehen und genau so isoliert sein wie 1913, so Mitterand damals.2002 ist schließlich der Euro eingeführt worden. Die wirtschaftliche „Gesundheit“ der Euroländer war die unbedingte Voraussetzung für die Stabiliät der gemeinsamen Währung. Griechenland musste selbstverständlich ebenfalls stabile Haushaltszahlen vorlegen, um in die Euro-Familie aufgenommen zu werden. Griechenlands Haushaltsdefizit war jedoch viel zu groß und so beauftragten sie einfach ein Unternehmen, in dem das Tricksen mit Milliarden zum Tagesgeschäft gehört. So half schließlich die amerikanische Großbank Goldmann Sachs beim Frisieren des Finanzhaushaltes. Auf diesem Weg konnte der Euro nun auch nach Griechenland kommen. Noch gerade rechtzeitig zu den Olympischen Spelen 2004 in Athen. Denn die Schulden, die nötig waren, um Konzerne bezahlen zu können. die mit Stadionbauten, Logistik etc. beauftragt wurden, wurden nun zu einem niedrigeren Zinsatz aufgenommen. Doch dann wurde 2009 die tatsächliche Verschuldung Griechenlands offenbar, so dass eine der drei weltweit agierenden Ratingagenturen Griechenlands Bonität stark herabstufte. Die Krise war nun da und der Euro unter Beschuss. Aber statt wie ursprünglich für solche Fälle festgelegt, Griechenland aus dem Eurodesaster zu entlassen, wurde das Land über Nacht „gerettet“ – mit über 150 Milliarden Euro. Denn „die Wiege der Demokratie“ gehöre zum Euro einfach dazu, so hörten wir. Da müsse man eben die Kriterien ändern und aufweichen. Und schließlich ließe sich Griechenland jetzt ja auch fachmännisch beraten. Stimmt, aber jetzt raten Sie mal, von wem: Goldmann Sachs!

Der Euro crasht! Der Dollar crasht!

Griechenland wurde also gerettet, der Euro damit erstmal verteidigt und die Großanken profitieren von den nun höheren Zinssätzen für die griechischen Kredite. Damit die Großbanken ihr Geld bekommen, muss Griechenland sehr schmerzvolle Sparprogramme durchsetzen und Staatseigentümer an internationale Privatbanken und Konzerne verkaufen. Entsprechend groß ist der Zorn der griechischen Bevölkerung. Immer öfter sehen wir Bilder aus Griechenland, die an einen Bürgerkrieg erinnern.

Die „reicheren“ Euroländer finanzieren mehr und mehr die „ärmeren“ Euroländer, in Fässer ohne Böden. Irland, Portugal, bald Spanien … das Spiel geht munter so weiter. Und die Banken reiben sich die Hände. Und wenn dieser Wahnsinn nicht gestoppt wird, werden auch Länder wie Frankreich und Deutschland die Last nicht mehr stemmen können und unter dem Schuldenberg zusammenbrechen. Dazu kommt, dass die USA, die schon jetzt auf Grund ihrer Schuldenlast klinisch tot sind, den Dollar zu Grabe tragen werden. Was passiert dann? Erst der Zusammenbruch, dann die „rettende“ Weltwährung. Und damit sich so eine Finanzpolitik nicht wiederholen kann, werden wir große Veränderungen akzeptieren. Die Finanzen, die Ressourcen, die Sicherheit, die Bildung, der Arbeitsmarkt, das alles wird dann – zumindest für Europa – zentral in Brüssel gesteuert. Planwirtschaft wie wir sie aus dem Sozialismus kennen. Und da schon gegenwärtig immer öfter über unseren Alltag in Brüssel  entschieden wird, man nehme da die Energiesparlampen nur als Beispiel, wird dieser Systemwechsel nicht allzu überraschend für uns sein.

Erst die Stabilität, dann das Wachstum verteilen.

Um dieses Szenario vielleicht noch verhindern zu können, müssen wir uns endlich von der Idee des endlosen Wachstums und des grenzenlosen Wettbewerbs verabschieden. Unternehmer, Konzerne, Landwirte, Länder, sie alle können nur grenzenlos wachsen, wenn das Gesellschaftssystem nicht ausgeglichen, sondern instabil ist. Je mehr Güter ich für mich sammel, desto mehr fehlen sie woanders. Das endet darin, dass so gut wie alle Güter sich bei wenigen anhäufen und den anderen gerade nur soviel bleibt, dass sie nur noch die weitere Umverteilung unterstützen können oder als Hartz4-Bezieher überhaupt keine Rolle in diesem System spielen. Das ist und bleibt logisch! Mit freiem Markt hat das letzten Endes sehr wenig zu tun. Deshalb: Stabilität statt Wachstum. Wie verhält es sich denn mit dem Menschen an sich? Er wird geboren und wächst. Und irgendwann ist der Mensch „erwachsen“. Erwachsen genug, um sein Dasein selbständig zu stabilisieren und dazu das Wachstum anderer zu ermöglichen, dem Nachwuchs. So dass der Mensch, wenn er älter und schwächer wird, von dem Nachwuchs aufgefangen werden kann. Fangen wir doch mal bei dieser einfachen Überlegung an.

Dieser Beitrag wurde unter Kontra.e abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Die Welt geht pleite (Teil 2)

  1. Pingback: Die Welt geht pleite (Teil 3) | Denkland

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s