Zimmermädchen bringt IWF-Chef zu Fall?

Dominique Strauss-Kahn’s merwürdige Verhaftung. So muss es gewesen sein:

New York, Sonnabend Mittag in einem Luxushotel am Times Square, ärgert sich der IWF-Chef über das begonnene Wochenende. Es wird anstrengend werden. Schließlich trifft er Angela Merkel, was ja allein schon reichen würde. Aber zudem werden sie über die nervigen Griechen reden müssen, die einfach nicht mit Geld umgehen können. Dann am Tag darauf muss er Schäuble und alle anderen Finanzministern die Griechenland-Rettung schmackhaft machen, obgleich die Minister immer größere Schwiertigkeiten haben, den Eurotransfer ihrer Bevölkerung zu verkaufen. Richtig anstrengend wird es also! Deshalb läßt Strauss-Kahn sich dazu hinreißen, irgendwelche Drogen, Pillen oder zu viel Alkohol zu konsummieren, um dies alles ertragen zu können.

So vollgepumpt fühlt er sich wieder als der der er ist: Einer der drei einflussreichsten Menschen auf der Erde, wenn es um die Verteilung des Geldes geht. Nun stampft er Marschlieder pfeifend unter die Dusche, dreht den Temperaturhahn auf „very cool“ und lächelt bei dem Gedanken, mit seinen 62 Jahren die Geschicke der Welt mitzubestimmen. Nach fünf Minuten Hüpfen unter der Dusche trocknet er sich ab, verläst das Badezimmer und sieht dann dieses entzückende Zimmermädchen, dass ganz allein kommend, die Tür hinter sich verschlossen auf ihn zu warten scheint. Da wird nicht lange überlegt. Ruckzuck wird sie flachgelegt. Sie scheint zu wissen, dass er es am liebsten mag, wenn sich die Partnerin wehrt. Huch, jetzt haut sie doch tatsächlich ab. Aber nicht weg aus dem Zimmer, sondern ins Bad! Ach so, denkt sich der Weltfinanzchef, also doch ein aufreizendes Spiel, also hinterher! Aber als sie sich auch dort losreißt, stellt er bedöppelt fest, dass sie wohl tatsächlich zum Hotelpersonal gehört. Haben die denn wirklich vergessen, dass ich eine Suite belegt habe? Wie peinlich, da verdufte ich lieber, denkt sich der Mann. Schließlich sind sehr wichtige Termine wahrzunehmen. Und für den Fall, dass irgendjemand noch ein paar Fragen haben sollte, läßt er sein Drtitthandy da.

Auschecken? Lieber nicht! Nachher trifft er noch dieses Zimmermädchen, sollen die doch auf ihr Geld sitzen bleiben. Ist eh nicht billig, so eine Suite. Da spart er lieber ein paar Euros (für Griechenland?). Und „Ha! Ha!“, die werden mich niemals finden. Niemand wird mich finden … ach ja, da sind ja noch diese Treffen. So sinnierend sitzt er aber schon im Taxi und lässt sich zum JFK-Flughafen fahren. In der Zwischenzeit erweisen sich die US-Behörden als Bürokratiewundermaschine. Innerhalb von vier Stunden wird die Polizei verständigt, Aussagen und Aneigen aufgenommen, die Staatsanwaltschaft informiert, die Beweislage geprüft und zum Urteil gelangt, dass ein Haftbefehl erwirkt werden müsse, der dann von einem Richter unterschrieben wird, der Aufenthaltsort vom Beschuldigten festgestellt und von Beamten aufgefunden! Wow!

Das denkt sich wohl auch Dominique Strauss-Kahn als er im Flugzeug sitzend und auf den Start wartend, von zwei Dedektives herausgeholt und verhaftet wird. „Halt, halt! Die ganze Geschichte stimmt nicht, ich war zu der angeblichen Tatzeit mit meiner Tochter essen!“ Interessiert nicht, die Geschichte ist sowas von rund! Alibis oder jedwede andere Version könnten höchstens Verschwörungstheoretikern einfallen.

Bis Freitag sitzt er erstmal, so hat ein Gericht bereits am Montag Nachmittag entschieden. Schön, dass der Sitzungssaal frei und der Richter noch einen Termin frei hatte. Und wenn sich doch herausstellen sollte, dass alles nur ein sehr bedauerliches Missverständnis gewesen ist, so hat er zu Griechenland- und anderen Eurofragen trotzdem nichts mehr zu sagen. Wen hilft’s?

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