Geheimes Treffen der Bilderberg Mega-VIPs in St. Moritz

Bilderberg-Konferenz vom 9. Juni bis 12. Juni 2011. Warum diese Zusammenkunft so fragwürdig ist.

In diesen Stunden erreichen Kolonnen von schwarzen Limousinen das 5-Sterne-Hotel „Suvretta House“ in St. Moritz. Wie jedes Jahr ist ein Kreis von 120 bis 130 VIPs aus Adel, Militär, Wirtschaft, Bankwesen, Politik und Medien zu dieser sagenumwobenen Zusammenkunft der Bilderberger eingeladen. Offiziell gibt sich die Bilderberg-Gruppe als Gesprächskreis in privater Atmosphäre. Zu diesem internationalen „Gesprächskreis“ wurden in den vergangen Jahren deutsche Persönlichkeiten eingeladen, wie z. B. Angela Merkel, kurz vor ihrer Kanzlerkandidatur, Gerhard Schröder, Helmut Kohl, Helmut Schmidt und bis zurück zum Gründungsjahr 1954 jeder bedeutende deutsche Politiker. Aber auch Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank und Vorstandsvorsitzende der deutschen Großkonzerne sind regelmäßig anwesend. Von den deutschen Mediengrößen ist u.a. die „Zeit“ ein Dauergast – von Theo Sommer bis zuletzt Mathias Nass.

Ins Leben gerufen wurde die Organisation von Bernhard Lippe-Biesterfeld, Ehemann von Juliana, der damaligen Königin der Niederlande und besser bekannt als Prinz Bernhard. Die eigentliche Idee zu diesem Club soll jedoch den Brüdern David und Nelson Rockefeller entsprungen sein. Den Namen verdankt der elitäre Club den Ort seines ersten Treffens, 1954 in der Nähe des niederländischen Orts Arnheim, im Hotel „Bilderberg“. Seitdem trifft sich die internationale Elite ein bis zwei Mal im Jahr. Diese Treffen waren immer geheim und fanden von der Öffentlichkeit abgeschirmt statt. Aber Ende April 1975 ging eine Pressemeldung von „United Press International“ um die Welt, in der von dem Treffen der „internationalen Führer“ unter den Namen „Bilderberg-Konferenz“ in Cesme, Türkei berichtet wurde:

„Cesme, Turkey – International leaders meeting here were accused Saturday of holding a closed door conference to cover up a conspiracy that would enrich themselves at taxpayers´ expense. The meeting is known as the Bilderberg Conference, and considers solutions to would problems. It draws prominent leaders from many nations. Wills Carto, spokeman for the Liberty Lobby, an american conserative lobbyist group, made the accusation. The Bilderberg meeting, an anual event, usually draws criticism because of its secrecy“ UPI. April 1975

Da aber die wichtigsten Medienvertreter bei den Treffen von Anfang an mit eingebunden und ihrer Verschwiegenheit verpflichtet waren, wurde diese Pressemitteilung fast nirgends verwertet. Nur wenige Journalisten widmeten sich denoch dem Thema Bilderberger, veröffentlichten Bücher und wurden dafür aber beruflich geächtet. Seitdem gab es einerseits das Leugnen und Schweigen der Presse und auf der anderen Seite die Verschwörungstheorie, der die Bilderberger zur geheimen Weltregierung mutieren ließ. Dazwischen war in den offiziellen Medien kein Platz. Bis das Internet-Zeitalter begann blieb das auch so.

Die gute Vernetzung über das Internet macht es den selbst ernannten rechtslinks-freien Wahrheitssuchern, wie z.B. die WeAreChange- oder die Truther-Bewegung möglich, regelmäßig über diese Treffen vor Ort zu berichteten – mit Filmen, Fotos und zugesteckten Gästelisten waren diese Treffen nun nicht mehr geheim zu halten. So las man nun ab und zu auch in der Mainstream-Presse eine Berichterstattung über die Bilderberg-Konferenzen. Aber nur, um die Treffen zu verharmlosen und um Kritiker mundtot zu machen, wie z.B. aktuell in der Basler Zeitung:

„Die Bilderberg-Konferenz macht alle froh. Dieses Jahr findet dieses Treffen der Mächtigen aus Politik, Wirtschaft, Militär, Medien und Adel vom 9. bis zum 12. Juni im Suvretta House, einem Luxushotel in St. Moritz statt. Vor allem für die Verschwörungstheoretiker ist die Konferenz ein gefundenes Fressen. Sie sehen dahinter ein Geheimtreffen einer nicht gewählten Weltregierung. Besonders beliebt ist sie auch bei all jenen, die ansonsten Schwierigkeiten haben, Adressaten für ihren Frust über alle Ungerechtigkeiten der Welt zu finden. Wenn die Bilderberger schon so viel Macht haben, müssen sie auch für alles verantwortlich sein, so die einfache Logik.“ Basler Zeitung, 07.06.2011

So wird der seriöse Journalismus in die Tonne getreten. Wir wollen hier nicht von einer geheimen Weltregierung sprechen, denn dafür fehlen die Fakten. Außerdem würde sich eine geheime Weltregierung, wenn es denn eine geben sollte (was hier ausdrücklich bezweifelt wird), sich nicht so offensichtlich zeigen.

Dass dieser „Club“ trotzdem kritisch betrachtet werden muss, ergibt sich einfach aus den belegten Tatsachen:

1. Wenn wir in den letzten Jahren eines gelernt haben über unsere Presse, dann, dass diese keine Tabus und Rücksicht auf prominente Persönlichkeiten nimmt und sei es noch so privat, das gilt auch für Politiker. Aber hier seit Jahren Interesselosigkeit und Schweigen.

2. Allein schon der hohe Sicherheitsaufwand, der jährlich betrieben wird, mit hunderten von Sicherheitskräften und Polizisten bis hin zur Straßenabsperrung wie gegenwärtig in St. Moritz, nimmt diesen Treffen seine Unbedeutung und seine „private Atmosphäre“.

3. Es gibt viele Beispiele dafür, dass geladene Teilnehmer hinterher schnell zu bedeutenden Positionen kamen. Angela Merkel wurde hier schon genannt. Als weitere Beispiele aus der Politik sollen hier nur Bill Clinton, der Bush-Clan, Barack Obama und Hillary Clinton genannt werden, die allesamt vor ihrer Wahl an der Konferenz teilgenommen haben. Daher werden die Bilderberger auch gern als Königsmacher bezeichnet.

4. Warum diese strikte Geheimhaltung? Hat die Öffentlichkeit in einer Demokratie kein Recht darauf, zu erfahren, zu welchem Ergebniss diese Konferenzen kommen? Dass die Konferenz für die Öffentlichkeit von Belang sind, zeigen als Beispiel zwei Themen aus dem letzten Jahr: „Is Financial Reform Progressing?“ oder „Can We Feed the World?“

5. Dass die uns prominentesten Attentatsopfer der letzten Jahre Uwe Barschel, Alfred Herrhausen, Jürgen Möllemann und auch Olof Palme allesamt Bilderberger waren, sollte zumindest stutzig machen.

Aber so bleibt alles nebulös oder ganz im Dunkeln. Jedoch hat sich eine Schar von unabhängigen Berichterstattern auf dem Weg nach St Moritz gemacht, um die Arbeit zu verrichten, die man eigentlich von Springer, Burda, G&J, Zeit, Spiegel erwartet. Von den TV-Sendern ganz zu schweigen. So bleibt es den Protestlern, vom Geschehen vor Ort zu berichten und Gegenveranstaltungen zu organisieren. Sogar ein Pressezentrum wurde von den Protestlern eingerichtet. So wird es uns möglich sein, mehr über die Konferenz und die noch zu identifizierenden Teilnehmer zu erfahren. Wir bleiben am Ball!

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6 Antworten zu Geheimes Treffen der Bilderberg Mega-VIPs in St. Moritz

  1. rolf schreibt:

    Sehr gute Zusammenfassung.
    Warum verlinkst du nicht asr, infokrieg etc?

  2. hubian schreibt:

    Erschreckend! Ob dies nun eine selbsternannte geheime Weltregierung ist/sein möchte oder ob es sich um Verschwörungsphantasien handelt: Auf diesen konspirativen Treffen werden, so scheint mir, Entscheidungen für die Welt getroffen, die mit Demokratie nicht viel zu tun haben. Und deshalb ist diese Berichterstattung trotz des schwierigen Informationsflusses so wichtig!! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung …

  3. MotzKlotz schreibt:

    Die Auserwälten.
    Ja was treiben sie denn Jahr für Jahr? Auf jeden Fall ist es ein sehr wichtiges Treffen der Besten von den Besten, also die wichtigsten Menschen die wir hier so auf unseren Planeten haben. Nicht Du und Ich …Nein! Da klopft man sich gegenseitig auf die Schulter und feiert sich und den Anderen – Was sind wir nicht intelligent und sonderbar, wohin nur mit unserem SuperDasein. Endlich mal normale Leute. Nicht der Mob das blöde Fußvolk. Hier wird sich beklagt, das man alles besser weiß und strahlt aus, das man in der Verantwortung steht. Dafür wird man bezahlt, das ist die Berufung. Dafür ist man auserwählt.
    Nach dem Essen und dem Loben wird noch ca 1 Stunde bei gemütlicher legaler Havana modernes Brainstorming betrieben. Da kommt dann wie bei einem Gipfeltreffen enorm viel bei raus – ….wie wenn ich ins Kino gehe.
    Im nächsten Jahr überlegt man sich die Jungs von der Hamburg-Mannheimer einzuladen. Die wissen wenigstens was mit dem Tag anzufangen und wie man richtig feiert. Deswegen macht man ja schließlich alles. Deswegen reißt man sich ja auch den Arsch ab.

  4. Hubian schreibt:

    @Rolf
    vielleicht hat ihn die Assange-Auseinandersetzung abgeschreckt. Ist eh blöd, dass man sich auch untereinander ständig „bekriegt“

    • rolf schreibt:

      Hubian,
      genau das hab ich bei infokrieg gepostet (als rolf)
      Benesch und Petritsch sollen mal die Gunst der stunde nutzen und ein paar Bier zusammen trinken.
      Kleinkrieg ist Mist.

  5. Hubian schreibt:

    @MotzKlotz
    … und sie singen dabei fröliche Lieder wie „Keine Atempause. Geschichte wird gemacht. Es geht voran!“

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