Die Schuldenkrise als Fahrkarte zur EU-Planwirtschaft?

Die Diskussionen um die Schuldenkrise sollen uns vor allem eines zeigen: Eine einfache Lösung gibt es nicht.

Was passiert eigentlich gerade? Finanzexperten und Politiker schlagen laufend neue Lösungen vor, um die Schuldenkrise innerhalb der EURO-Länder zu beenden. Dabei wird ein simpler Sachverhalt gerne unterschlagen. Wenn eine Bank einem Staat, ganz gleich welchem, Geld verleiht, dann ist die Bank dafür verantwortlich, dessen Bonität zu überprüfen, das Risiko zu bewerten und entsprechend die Zinshöhe festzulegen bzw. einen Kreditantrag anzunehmen oder abzulehnen. Wenn Griechenland pleite geht und seine Schulden nicht mehr zahlen kann, dann ist das kein EURO-, EU, oder Finanzproblem, sondern ganz einfach ein Kreditausfall, für den die Gläubiger geradestehen müssen. Wenn ich bei Neckermann für 30.000 EURO ein neues Wohnzimmer auf Kredit bestelle und ich im nächsten Jahr in die Insolvenz gehen müsste, wird mich kein Rettungsschirm auffangen und auch Neckermann wird auf seine Forderungen sitzen bleiben müssen.

Warum also die Komplikationen? Erstens: Die Banken wollen nicht, dass Griechenland oder sonst irgendein verschuldeter Staat plötzlich seine Schulen zahlt. Wo bleibt da der langfristige Gewinn aus den Zins und Zinseszins? Wo bleibt dann der Hebel, um Druck auszuüben, damit Staatseigentum privatisiert wird und in die Spielhälfte der Finanzjongleure gelangt? Also müssen direkt oder über Umwege unsere Steuergelder herhalten. Man sollte sich mal genau überlegen wie perfide das ist.

Zweitens: Die Unsicherheit in dieser Schuldenkrise wäre ein Vorwand, um die einzelnen Staatshaushalte zu entmachten (wie mit Griechenland bereits geschehen) und über diese von Brüssel aus zentral zu bestimmen. Der Weg zu diesem Verfassungsbruch, der praktischen Auflösung der EURO-Staaten zugunsten zu einer Art EUROPA-Republik geschieht bereits. Von den Medien weitestgehend ignoriert wird fortwährend Verfassungsklage in Karlsruhe eingereicht. Aktuelles Beispiel ist die laufende Verhandlung über die Euro-Rettungsschirme.

Anstatt diese Verfassungsklagen zu hinterfragen und zu diskutieren, hecheln unsere Politiker von Krisengespräch zu Krisengespräch, nur um uns erst zu zeigen wie dramatisch die Situation ist, um nach und nach die Maastrichter Verträge zu unterlaufen, in dem man z.B. nun doch für die Schulden anderer Staaten einsteht. In diesem ganzen Chaos, in dem es keinen Ausweg zu geben scheint, kommt dann plötzlich die große Lösung, auf die wir in Wahrheit längst vorbereitet werden: Ein EU-Finanzministerium. Ein passender Bewerber für das führende Amt wäre schnell gefunden: Peer Steinbrück! Mit Kanzlerin Merkel hat er sich schon einmal als „Krisenbewältiger“ beweisen können. Erinnern wir uns nur an die Bankenrettung, die als „alternativlos“ verkauft wurde. Meine lieben Leserinnen und Leser: Lassen Sie sich nicht noch einmal für dumm verkaufen!

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7 Antworten zu Die Schuldenkrise als Fahrkarte zur EU-Planwirtschaft?

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.“

    Silvio Gesell (Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918)

    Der bedeutendste Ökonom der Moderne blieb bis heute weitgehend unverstanden, obwohl die von ihm beschriebene, ideale Makroökonomie, die nicht nur alle ökonomischen, sondern auch alle philosophischen Halbwahrheiten ad absurdum führt, nach eigener Aussage „nur aus Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht“. In technischer Hinsicht trifft das zu, jedoch ist die Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) eine Frage der Überwindung der Religion: eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, die es der halbwegs zivilisierten Menschheit seit jeher unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden. Nur ein außergewöhnliches Genie wie Silvio Gesell konnte die einzige Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens verstehen, ohne die Religion verstanden zu haben!

    Um die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon), die von den „Verantwortlichen“ noch gar nicht gesehen wird, abzuwenden und den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation einzuleiten, muss der „Normalbürger“ zuerst einen elementaren Erkenntnisprozess durchlaufen, der ihn sprichwörtlich über den Rand der Welt katapultiert, wie bildlich dargestellt im bisher größten Mysterium der modernen Kunst: der „Flug durch das Sternentor“ des Astronauten David Bowman in „2001: Odyssee im Weltraum“. Aber wie schon Jesus von Nazareth sagte: „Fürchtet euch nicht!“

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

  2. rolf schreibt:

    Solange man sich weigert zur Kenntnis zu nehmen, dass ein nicht souveränes Protektorat mit fremdgesteuerten Medien parieren muss (!!!), und zwar sowohl bei der Euro-Einführung
    (sonst Trippleallianz gegen uns wie 1913 und 1939, siehe Memoiren Genscher und Buch zum Euro von david March) als auch jetzt bei der Transferunion, solange wird sämtliches Handeln von Merkel & Co unverständlich bleiben.

    Nimmt man es irgendwann doch endlich mal zur Kenntnis, erklärt sich alles ganz simpel.
    Was folgt aus dieser Erkenntnis?

    Ohnmachtsgefühle, im Wesentlichen.
    Zitat:
    ………………………….sagte Mitterrand, spiele Frau Thatcher in die Hände.22 Er forderte die Deutschen auf, sich zu ernsthaften Verhandlun­gen über die Wirtschafts- und Währungsunion vor Ende 1990 bereitzufinden.23 Andernfalls riskierten sie, sich mit einer »Tripelallianz« zwischen Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion konfrontiert zu sehen, die ihr Land ähnlich wie am Vorabend des Ersten und des Zwei­ten Weltkriegs isolieren werde. »Wir werden in die Welt von 1913 zurück­fallen.«24
    Vor dieser extremen Drohung kapitulierte Kohl und erklärte sich damit einverstanden,…….[\i]

    Der Euro, S. 201 f
    http://www.libri.de/shop/action/productDetails/8015671/david_marsh_der_euro_3867740453.html

  3. rolf schreibt:

    weitere Quellen:
    Ebenso nachzulesen bei Genscher, Erinnerungen, 1995, S.678 und Attali, C’etait Francois Mitterrand, 2005, S.321

  4. Björn Kügler schreibt:

    @Rolf
    Danke für deine Kommentare. Diese Dinge müssten noch viel mehr verbreitet werden, da diese sogar nur der Wahrheit Anfang sind. Aber noch kennen wir auch nicht DIE Lösung! Deshalb weiterhin: Beobachten, analysieren und ZUSAMMEN überlegen 😉
    @Stefan
    Auch dir an dieser Stelle mal ein Danke! Die Alten Myterien sind wichtig, um zu verstehen, aber auch diese sind meiner Meinung nach nur ein Teil des Puzzles, wenn auch ein großer. Und als alter Kubrick-Fan kann ich sagen, dass gerade „2001 – Odyssee im Weltraum“ nicht weniger zeigt als die Transformation des Menschen zu einem neuen Bewustseinszustand und basiert auf den Lehren der Babylonischen Schule. Meiner Meinung nach lenkt diese Lehre, dieser Wunsch nur von der Wirklichkeit ab. Aber auch hier heißt es: ZUSAMMEN überlegen

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