Anders Breivik, die unfassbaren Anschläge, die Medien – und zu viele Merkwürdigkeiten!

Bei zehn Jahren Antiterrorkampf und modernster Überwachungstechnik der Geheimdienste: Wie schafft es ein Einzeltäter, sich unbemerkt so viel Sprengstoff, Fachwissen und Munition anzueignen, ohne dabei nur im Geringsten aufzufallen?

Freitag, 15:26: In einem Verlagsgebäude detoniert mindestens eine Bombe, die groß genug war, um das gesamte Regierungsviertel zu verwüsten. Noch Kilometer weiter entfernt zerbrachen Fensterscheiben. Etwa drei Stunden später berichten erste Meldungen von einer Schießerei auf einer Fjord-Insel, die nur 40 km westlich von Oslo entfernt ist. Es ist die Insel Utoya, ein Ort, an dem sich sozialdemokratisch orientierte Jugendliche in einem Feriencamp trafen und dort Unfassbares geschah: Ein Mann in Polizeiuniform erschoss dort 92 Menschen. Dafür hatte er 90 Minuten Zeit! Es war schlimm zu sehen und zu lesen wie zynisch ARD, ZDF, Phoenix & Co sogleich den Hintergrund dieses unfassbaren Verbrechens ausmachen wollten. Es war keine Zeit, dass Unglaubliche sortieren und die echten Fakten abwarten zu wollen. Statt Verstehen und die Geschehnisse fassen zu wollen, wurde uns sofort Al Quaida als Hauptverdächtiger serviert. Aber war da nicht noch der böse Gaddafi? Der hatte die Rache an Europa ja bereits angekündigt. Passt! Nur zu dumm, dass sich nach diesen beiden Katastrophen ein weißblonder, hellhäutiger Norweger widerstandslos (!) festnehmen ließ und sich zu beiden Anschlägen bekannte. Dann muss es eben ein Nazi sein! Und schon tauchen dazu passende Blogbeiträge, ein vor kurzem erstellte Facebook-Profil und ein 1500-Seiten umfassendes Manifest auf, welche der Täter verfasst haben soll. Aus all diesen Dokumenten gehe hervor, dass er ein nationalgesinnter Möchtegern-Intellektueler sei, der ein Zeichen gegen die multikulturellen Strömungen setzen wollte. Er selbst sehe sich als Freimaurer oder Tempelritter oder gleich beides. Soviel wirres Zeug kann auch einfach nur auf einen Verrückten schließen lassen. Aber kann ein Verrückter plötzlich sowas tun, ohne vorher auffällig gewesen zu sein?

Die echten Fragen bleiben im Hintergrund oder werden unzureichend thematisiert. Den Reflex, darüber etwas schreiben zu müssen, löste die „Heute“-Sendung vom ZDF, Sonntag um 19 Uhr aus. Darin wurde die Kritik, warum das Einsatzkommando so lange brauchte, um auf die Insel zu kommen von den zuständigen Behörden damit beantwortet, dass das angeforderte Boot zu klein gewesen sei. Punkt. Kein Nachhaken. Es wurden dutzende Jugendliche erschossen, es sind unendlich viele Angehörige in tiefster Trauer, im größten Schmerz, weil es unglaubliche 90 Minuten dauerte bis die ersten Einheiten aufkreuzten. Und nun müssen sie erleben, wie  Journalisten sich mit solch dreisten, ja frechen Antworten zufrieden geben.

Daher liste ich alle Merkwürdigkeiten einfach mal auf. In der Kommentarsektion können diese gern kritisiert, aufgelöst und/oder ergänzt werden.

1. Wie schafft es eine Person, sich über Jahre im Internet angeblich radikal zu äußern, ohne von den Geheimdiensten bzw. Verfassungsschützern erfasst zu werden?

2. Wie schafft es eine Person, sich über Jahre hinweg ein Wissen anzueignen, welches ihm erlaubt, einen oder mehrere Sprengsätze zu bauen, die zu solch einer Zerstörung fähig sind, ohne dass es im hochkomplexen Terrorabwehrsystem auffällt?

3. Es ist für einen zu so etwas fähigen Psychopaten sehr untypisch, zum einen für diesen verherenden Anschlag in Oslo zu sorgen, ihn aber selbst nicht vor Ort verfolgen zu wollen und auf die Genugtuung zu verzichten, und zum anderen dieses Massaker zu begehen und sich dann aber einfach festnehmen zu lassen.

4. Wie abgebrüht, gut organisiert und magisch bewand muss man sein, um sich nach dem Anschlag in Oslo als Polizist verkleidet auf die 40 km entfernte Insel zu begeben, einem Wachmann einen gefälschten Ausweis zu zeigen und irgendwie zu verbergen, dass er  außer eine für Polizisten übliche Schusswaffe nicht nur eine Maschinenpistole, sondern auch noch tausende Schuss Munition bei sich trug?

5. Wie kann es in Zeiten der unendlich vielen Antiterror-Übungen sein, dass Spezialeinheiten nur deshalb nicht rechtzeitig zum Tatort kommen, weil nur EIN Hubschrauber zur Verfügung stand, der auch noch leider, leider nicht zur Verfügung stand? Warum nicht? Der EINE? Und später setzten die Sondereinheiten mit dem Boot nicht rechtzeitig über, weil das erste Boote, das kam, zu klein gewesen sei? Da wartet man lieber auf ein größeres, damit wirklich alle mit dabei dein dürfen? Oder weil eben eine Sondereinheit ein Sonderboot brauchen?

An wilden Spekulationen über die Hintergründe der Tat braucht man gar nicht teilnehmen, wenn diese Fragen, die sich offensichtlich ergeben, nicht beantwortet werden.

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Eine Antwort zu Anders Breivik, die unfassbaren Anschläge, die Medien – und zu viele Merkwürdigkeiten!

  1. rolf schreibt:

    So ist es: Erst mal die Fakten klären, solange diese nicht bekannt sind auf Merkwürdigkeiten hinweisen statt zu spekulieren.
    Wäre Sache der Medien, denen es aber mehr um Propaganda geht, offensichtlich.
    Terrorexperten werden interviewt, die ebenso wie wir die Fakten (noch) nicht kennen können, und wir lauschen dann deren „fachkundigen analysen“.

    die medien als desinfo-verbreiter?

    Wäre es nicht so traurig, müsste man nur noch lachen…

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