Olympia 2012: Die Kriegsspiele von London!

Neben Sportfreunden aus aller Welt werden auch Militärfetischisten in London staunende Augen bekommen. Mit der größten Militärpräsenz vor Ort seit dem 2. Weltkrieg ist die Phrase von „friedlichen Spielen“ absurd geworden. Aber Terroranschläge sind bei diesem Aufwand nicht auch gleich besser zu verhindern. Was könnte also dahinter stecken?

Wer Tickest für die Spiele in London erworben hat und mit aller Vorfreude an der Hauptstadt ankommt, wird sich erschrecken müssen. Gestern auf tagesschau.de:

„Damit werden 17.000 Soldaten im Einsatz sein. Bewohner von Ostlondon beklagen schon jetzt, dass sie sich wie in einem Militärlager fühlen. Gerade scheiterte eine Klage von Anwohnern gegen die Stationierung von Boden-Luft-Raketen auf Wohnhäusern. Das größte Kriegsschiff der Marine liegt in der Themse, Kampfjets stehen in Warteposition.“

Zu den 17.000 Soldaten kommen noch 10.000 Sicherheitskräfte des Privatunternehmens G4S. Die Kosten alleine für die Sicherheit betragen über 1,2 Milliarden Euro!

Eher für ein Klima der Angst statt für ein friedliches Miteinander dürften zudem die sechs Basen für Luftabwehrraketen sorgen. Die Frage ist, in wie weit dieser Sicherheitsaufwand gerechtfertigt sein kann. Ein Angriff mit Flugzeugen, wie es nach offizieller Darstellung am 11. September 2011 in den USA geschah, kann ausgeschlossen werden. Der Luftraum über London wird nicht erst seitdem ständig bestens überwacht und dürfte während der Olympischen Spiele eine maximale Aufmersamkeit bekommen. Wozu also Luftabwehrraketen? Bleiben Terroranschläge mit Sprendstoff oder chemischen Waffen. Aber auch dann ist diese Militärpräsenz sinnlos. Was macht das beste Kriegsschiff der britischen Marine auf der Thense, wenn am Times Square eine Mc Donalds-Filiale in die Luft fliegt? Das wünscht sich niemand, aber der Sinngehalt muss in Frage gestellt werden.

Im Internet geht mal wieder das Gerücht um, dass ein nuklearer Anschlag die Weltordnung gehörig durcheinander bringen soll. Wie bei jedem Großereignis soll es auch dieses Mal wieder sichere Hinweise geben. Ein Hinweis auf eine ungewöhnliche Bedrohung ist allein diese massive Präsenz von Soldaten und Kriegsmaschinerie. Und nun kommen wir zu der für mich einzigen Schlussfolgerung, die aus diesen Informationen zu ziehen ist: Das Notstandsgesetz! Nur, wenn man damit rechnet, dass in Fall A oder Fall B es nötig sein wird, das Notstandsgesetz auszurufen, wäre es praktisch, wenn das Militär schon vor Ort ist, um Ausgangssperren durchzusetzen, Plünderungen zu verhindern und Sicherheitszonen zu errichten. Die Bürgerrechte wären aufgehoben – ohne Militär vor Ort wäre so ein Szenario kaum durchsetzbar.

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13 Antworten zu Olympia 2012: Die Kriegsspiele von London!

  1. J€$\/$ schreibt:

    Wie war das letztes Jahr mit den Plünderungen von London? Wo waren all die Bobies? Wie war das mit der öffentlichen DenunziationenFahndung nach den Ausschreitungen?
    Das war der Test, wie effizient die Tracking-Software ihrer Sicherheitsarchitektur im Ernstfall funktioniert. Sehr gut. Den wütenden Pöbel kann man im Ernstfall von der City fernhalten.

  2. Jens S. schreibt:

    Hatte mir schon n Channel rausgesucht indem ich mir son paar Ausschnitte des Spektakels um Olympia während der Arbeit anschauen kann. Da ist lustigerweise derzeit n Video drin, das zeigt, wie sich die Bobbies dieses mal vorbereitet haben. Aber während Olympia gilt wie bei EM und WM auch: Brot und Spiele!

  3. Pingback: Was?!? Jetzt dürfen wir nicht einmal zur Website der Olympischen Spiele verlinken? « … Kaffee bei mir?

  4. Andreas Moser schreibt:

    Ich habe hier – http://andreasmoser.wordpress.com/2012/05/07/london-olympic-world-war-iii/ – zu der Übersichtskarte mit allen militärischen Einrichtungen zum Schutz der Olympischen Spiele in London verlinkt, in der Hoffnung, daß sich Terroristen davon bedienen. Ein Terroanschlag wäre allemal interessanter als Wasserpolo oder Tischtennis.

  5. gnaddrig schreibt:

    Ein Angriff mit Flugzeugen, wie es nach offizieller Darstellung am 11. September 2011 in den USA geschah, kann ausgeschlossen werden. Der Luftraum über London wird nicht erst seitdem ständig bestens überwacht und dürfte während der Olympischen Spiele eine maximale Aufmersamkeit bekommen. Wozu also Luftabwehrraketen?
    Das Überwachen des Luftraums verhindert noch keinen Angriff mit Flugzeugen. Wenn es jemandem gelingen sollte, eine Passagiermaschine im Anflug auf einen der Londoner Flughäfen zu kapern, würde das aufgrund der gründlichen Überwachung des Luftraums zwar recht schnell entdeckt werden. Aber dann könnten die Überwacher nur zuschauen, sich die Haare raufen und vielleicht mitfilmen, wie der Flieger in wer weiß welches Gebäude fliegt. Die Stationierung von Kampfflugzeugen und Raketen macht also durchaus Sinn, wenn man schon glaubt, derartige Anschläge nicht grundsätzlich ausschließen zu können.

    • Björn Kügler schreibt:

      Nur darauf bezogen ein gutes Argument, aber wie schnell sind Abfangjäger in der Luft, sobald Unregelmäßigkeiten auftauchen? Also wie viele Minuten bräuchten sie in ständiger Alarmbereitschaft? Und nennen wir das mal als ungeklärt, auch das Kriegsschiff auf der Themse (es soll sogar noch eines geben, dass nicht unweit davon stationiert ist): Was für ein Sinn ergibt das? Wenn man die wenn-Spiele durchgeht und den Kostenfaktor? Den Kostenfaktor oder eine Art Angst interessiert keinen Terrorist. Aber was macht es mit uns, wenn wir diese Bedrohung sehen? Normal? Immmer normaler?

      • gnaddrig schreibt:

        Laut Wikipedia können die Flieger in 15 Minuten in der Luft sein, und je nach Aufwand, den man treiben will, kann diese Zeit auf fünf Minuten verkürzt werden. Das dürfte in vier von fünf Fällen reichen, sofern die Luftraumüberwachung auf Zack ist. (Ob man einen vollbesetzten Passagierjet tatsächlich abschießen würde, ist eine ganz andere Frage; man müsste schon ganz sicher sein, dass der eine Aktion à la 9/11 plant.)

        Dass man hier gewaltige Mittel für die Abwehr weniger, vielleicht nicht sehr wahrscheinlicher Szenarios aufwendet, ist wahr. Und dass diese massive Miliärpräsenz die Leute verunsichert, steht auch außer Frage. Olympische Spiele in Megacities wie London abzuhalten ist sowieso problematisch, aus einer Reihe von Gründen.

      • gnaddrig schreibt:

        Hier ist noch der Wikipedia-Link: Alarmrotte

  6. Pingback: (meine) krieg – und – frieden – news – termine – infos « menschbleiben

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