45-Fieber: Nächste Woche soll es Schnee geben!

Stimmt natürlich nicht. Aber jeden „Wetterexperten“ von nebenan ist auch eine solche Informationsweitergabe zuzutrauen. Die angebliche Sicherheit darüber, wie das Wetter in ein paar Tagen sein wird – meistens schlecht -, habe ich noch nie verstanden. Reden wir darüber, und über einen Verbot von Regenschirmen!

Für sehr viele Menschen ist eine Wettervorhersage tatsächlich wichtig. Für die Landwirte zum Beispiel. Nur vertrauen die meisten Bauern nicht Meterologen, sondern ihrem Instinkt. In den Alpen leben drei Wetterweisen, deren weitblickende Wettervorhersagen zu 90 % stimmen. Auch in der Schiffs- und Luftfahrt sind gute Vorhersagen nicht wegzudenken. Ihnen stehen hochkomplexe Wettersimulationen und Vorhersagen zur Verfügung. Aber für Stadtmenschen kann es schlicht weg egal sein, wie das Wetter wird. Wohl bemerkt, nicht, wie das Wetter ist. Über Sonne freuen wir uns nun mal mehr als über Regen, wir brauchen das Licht, die Energie.
Absolut destruktiv ist aber, wenn man sich einfach nur über schönes Wetter freut und dies entgegnet wird mit: „Nächste Woche soll es aber nur noch regnen!“ Ja, und? Ist denn jetzt schon nächste Woche? Es gibt Menschen, die ihre Urlaubsplanung so lang wie möglich hinausschieben, weil sie glauben, wenn sie erst vier Wochen vorher ihren Urlaub einreichen, könnten sie diesen wettergenau optimieren. Das ist purer Unsinn, da die meisten Wettervorhersagen, die uns durch Medienstationen erreichen sich nur zu 50 Prozent bewahrheiten, wenn diese über 5 Tage hinausgehen. Und selbst wenn für morgen Regen angesagt wird, kann es sein, dass die einzige Nässe draußen der eigene Schweiß ist, weil man mit seinem Regenmantel in der Sonne schwitzt.

Also, was haben die Menschen von diesem Fetisch? Umgekehrt übrigens ist so, dass bei Regentagen wirklich niemand glauben will, dass nun in der Woche darauf endlich die Sonne scheinen soll. Aber noch einmal, woher kommt der Wahn nach pessimistischen Wettervorhersagen und vor allem der Glaube daran? Ist es eine Art naturverbundene Ersatzreligion, eine Vorstufe zum Astrologiekult oder ist es einfach nur schön, sich über etwas zu beschweren, was absolut unbestechlich und unbeeinflussbar erscheint? Der Glaube an Petrus? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sich viele Menschen damit gern einen sonnigen Tag verderben. Ich mag auch: „Schatz, die Sonne scheint, deshalb MÜSSEN wir jetzt spazieren gehen!“. Ist das vielleicht die stille Sehnsucht nach einem Dikatator?

Und wo ich schon dabei bin: Weg mit den Regenschirmen. Die gehören unters Wasser-, ähm, Waffengesetz. Wenn ich auf dem Bürgersteig bei Regen einen Schirmträger überholen will, muss ich damit rechnen, dass sich eine Spitze seines Schirms in eines meiner Augen verirrt. Wenn zwei Schirmträger nebeneinander gehen, wechsel ich gleich die Straßenseite, weil zwei mal acht leicht rotierende Schirmspitzen in Kopfhöhe für mich nichts anderes darstellen als eine massive Drohung mit Körperverletzung – vorsätzlich. Wenn also jemand eine Facebook-Gruppe gründet, die sich für ein Verbot von Regenschirmen einsetzt, bin ich sofort dabei. Es gibt ja auch nichts wichtigeres.

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Eine Antwort zu 45-Fieber: Nächste Woche soll es Schnee geben!

  1. oliver2punkt0 schreibt:

    Ich bin auch dabei! Zumal grundsätzlich Schirmträger unter Vordächer laufen.

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