Beschneidung: Sind denn alle plötzlich dumm?

Katholische Taufe mit Babies, erzogen in diesem Sinne – dagegen Beschneidung von Kindern – erzogen im weiteren Sinne. Die Zeugen Jehovas – keine Chemotherapie – strafbar! Juden – Beschneidung … das ist natürlich jetzt ganz ganz schlimm, weil die Männer, die noch keine Männer sind, einen Teil ihres Schwanzes verlieren. Ganz, ganz schlimm! Noch schlimmer? Hier:

Davor gab es eine progressive Serie nach Mitternacht, die nur zeigte, wie eine Frau nur ficken will und ihr Mann irgendwie komödiantisch und cool damit zurechtkommen muss. DAS ALLES IST SCHWACHSINN! LieheFrau, lieber Mann, viel Spaß dabei! Oder einfach mal selbst sein, selbst denken, selbst herangehen. Ohne Angst! Nicht gegen etwas glauben, sondern AN etwas glauben und es verbreiten. Alles andere wäre übrigens „alternativlos“ oder alleine. Kinder glauben an Ihre Gemeischaft, glauben! Das gilt für jüdische, für moslimische, budhistische und für christliche Kinder. Und niemand von uns will sich durch ein irdisches Gerichtsurteil fragen wollen, ob es richtig war, beschnitten oder gatauft worden zu sein. Nein! Es ist egal, denn es war nicht traumatisierend, es war verbindend, eine Möglichkeit! Und jetzt machen wir alle was daraus. Gefälligst!

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4 Antworten zu Beschneidung: Sind denn alle plötzlich dumm?

  1. dieandereperspektive schreibt:

    Nun soll einer mal den Sinn hier verstehen? Haben sie schon einmal gesehen, was da passiert, wenn kleine Knaben(noch in den Windeln steckend) gegen ihren Willen (aus religösen Gründen) beschnitten werden? Alles was gegen den Willen eines Menschen geschieht ist ein Verbrechen. Wer dies aus freien Stücken tut, warum nicht? Aber wenn das dann bei kleinen Mädchen geschieht, von ihrem Vater dahingeschleift, ohne dem Wissen, was mit ihm geschieht? In einem freien Land, darf so etwas nie geschehen. Und wer sich nicht daran hält, der beuge sich dessen Gesetze.
    Die Art und Weise wie mit dem Argument der freien Religionsausübung elementare Menschenrechte verletzt werden ist beschämend und das auch noch mit dem Segen eines Staates.
    Eine freie Entscheidung ist aber nur dann frei, wenn kein religiöser oder gesellschaftler Druck ausgeübt wird.

  2. Cees van der Duin schreibt:

    Petition gegen Beschneidung
    20. Juli 2012

    Text der Petition

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Personensorgeberechtigten jede rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung eines Jungen (Zirkumzision) oder eines Mädchens (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) im Hinblick auf die Verwirklichung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes oder Jugendlichen bis zu dessen Volljährigkeit zu untersagen. Um dem Individuum die Option auf ein Leben mit unversehrten Genitalien und mit der Option auf eine selbstgeschriebene Biographie zu ermöglichen, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidung, ob eine lebenslange Sexualität mit oder ohne Präputium (Junge) oder Klitorisvorhaut (Mädchen) verwirklicht wird, möge der Bundestag beschließen, in das Bürgerliche Gesetzbuch Buch 4 Familienrecht Abschnitt 2 Verwandtschaft Titel 5 Elterliche Fürsorge § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge einzufügen:

    § 1631d
    Verbot der rituellen Genitalmutilation

    Die Eltern können nicht in eine rituelle, medizinisch nicht indizierte Beschneidung ihres Sohnes (Zirkumzision) oder ihrer Tochter (nach der Typisierung der World Health Organisation die FGM vom Typ I, II, III, IV) einwilligen. Auch das Kind selbst kann nicht in die Beschneidung einwilligen. § 1909 findet keine Anwendung.

    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

  3. Cees van der Duin schreibt:

    Eva Quistorp (Theologin) hat auf Jacques Auvergne (Sozialarbeiter) geantwortet, gestern nachmittag. Beschneiden will die Theologin das betäubte männliche Kind nach wie vor, hier zwei Zitate aus ihrer Begründung; alle Denk- und Rechtschreibfehler sind geistiges Eigentum der Pazifistin und Feministin. Auch ich habe mich eingemischt.

    Quistorp: “Wenn ich es als wohl schwer zu ändernden Fakt aus verschiedenen Grünen anerkenne, dass wohl bei der Lage der Debatte und der Aufregung des Zentralrates der Juden und der Muslime, die mit SChlagworten wie Vertreiben und Verbieten Panikmache gemacht haben,das KÖlner Urteil nicht zu bundesweitem Recht werden wird ,habe ich nur eine Realität beschrieben und mir das nicht gewünscht. … Ich glaube, das judentum hat in seiner prophetischen udn liberalen Tradition mehr zu bieten als die bisherige BEschneidungsdebatte und der ISlam mit IBn Rushd und ABu Zaid mehr als KOpftuch, Burka, Beschneidungszwänge und gar SCharia in Europa”

    http://schariagegner.wordpress.com/uber/#comment-1900

    ::

    Eva Quistorp (August 23, 2012 um 3:27 nachmittags, kommentiert auf dem Blog Schariagegner) windet sich wie ein Aal — und hat schon wieder nicht gesagt, dass sie die rituelle Vorhautamputation nicht will. Sie ist unsachlich genug, dem Sozialpädagogen Jacques Auvergne öffentlich zu unterstellen, ihren Beitrag falsch gelesen zu haben, entkräftet dessen prinzipiell beschneidungsgegnerische Argumente aber mit keiner Silbe.

    Theologin Quistorp verbreitet vielmehr einen amorphen Wortschwall aus irgendwelchem reformerischen Potential in den Hochreligionen verwirbelt mit irgendwie bedauernswerten bundesdeutschen Sachzwängen, implizit und wenig zufällig gipfelnd im sinngemäßen Fazit: “An einer Legalisierung der Jungenbeschneidung kommt die BRD nicht vorbei!” Wie öffentlichg bekannt billigt Quistorp auch heute die nicht medizinisch indizierte Beschneidung. Und nichts anderes hat der pazifistische Sozialpädagoge und Beschneidungskritiker der pazifistischen Theologin und Beschneidungsfreundin vorgeworfen.

    Die beschneidungsbegünstigende Feministin könnte jetzt entweder so ehrlich sein, wiederholt sinngemäß: “Ja, ich will die MGM, aber nur mit Betäubung!” zu sagen, das ist schließlich die nachweisbare Essenz ihres Essays Wider die postmoderne Religionspolitik, oder aber müsste endlich die Seite wechseln und öffentlich dafür eintreten, dass es in der kulturellen Moderne kein Elternrecht auf operative Mutilation des Kindergenitals gibt, aber eine Pflicht des Staates, dem Kind ein Selbstverständnis, Körperwahrnehmen und Sexualitätserfahren mit unversehrten eigenen Genitalien zu ermöglichen.

    Vielleicht um Halacha und Scharia zu entsprechen oder um Halacha und Scharia nicht zu widersprechen weicht Quistorp hingegen aus; wie eingangs gesagt: sie windet sich wie ein Aal. Das ist argumentativ unredlich und für mich als Naturschützer, Pazifist und Jungenarbeiter, der einmal geglaubt hat, sich in der Partei der GRÜNEN wieder zu finden, ziemlich enttäuschend.

    Immerhin ist klar, wer hier die Debatte zwischen dem Sozialpädagogen und der Theologin zum Thema Beschneidung gewonnen hat — argumentativ, ethisch und vielleicht schon bald ja auch juristisch.

    Cees van der Duin

    ::

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