Euro = Wettbewerbsfähigkeit = Niedriglohnsektor

Wer ernsthaft das Ziel verfolgt, die Wettbewerbsfähigkeit des Euroländer zu stärken und ständig auf das Wachstum von China und Indien verweist, der muss damit zwangsläufig unser Sozialsystem und das Lohn-Niveau aufbrechen wollen. EZB-Chef Draghi deutete unlängst an, wohin die Reise der Euroländer geht.

Was wir mit der sogenannten Eurokrise derzeit erleben ist ein gewünschter Richtungswechsel. Die drastischen Sparmaßnahmen in Griechenland und in Spanien auf Kosten der sozial Schwächeren haben nichts damit zu tun, dass die Bevölkerungen aus der Krise sparen will. Im Gegenteil: Die soziale Absicherung fällt. Die Angst vor Arbeitslosigkeit, vor der Armut steigt. Zynisch gesehen ist es also genau richtig, den soliarischen Gedanken aufzugeben. Wenn es darum geht, Investoren, also „die Märkte“ zufriedenzustellen, dann müssen unproduktive Kostenstellen gestrichen werden. Das bringt zudem mit sich, dass durch die fehlende Absicherung die Löhne weiter sinken können und so der Euro bzw. Euroland im Weltmarkt mithalten kann.

In einem Artikel von standard.at wird EZB-Chef Mario Draghi folgendermaßen rezitiert:

„Die Krise habe zudem gezeigt, dass das europäische Sozialstaats-Modell am absteigenden Ast sei … Europa brauche zwingend stukturelle Reformen am Arbeitsmarkt und in anderen Bereichen der Wirtschaft. Draghi ist überzeugt, dass damit Europa auch stärker zusammenwachsen werde.“

Es ist dringend notwendig, dass wir diesen assozialen wandel erkennen, um rechtzeitig Alternativen zu finden und nicht zu alternativlosen Statisten werden. Der ESM muss gestoppt werden, die Angriffe auf unser Grundgesetz müssen gestoppt werden. Aber dann stehen wir immer noch in einem Wettbewerb. Abschotten ist nicht. Auch der alternative Wandel muss global stattfinden. Vielleicht brauchen wir keine neue europäische Verfassung, sondern alle Länder ein Grundgesetz, dass unseres ähnlich ist – so dass der Handel auf gleichem Nivau stattfinden kann – mit sozialer Absicherung.

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2 Antworten zu Euro = Wettbewerbsfähigkeit = Niedriglohnsektor

  1. dieandereperspektive schreibt:

    Amen! Oder auch der unsichtbare Feind unserer Demokratie! Wer glaubt dass unser Rentensystem und unsere Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung all das noch sicher ist, der irrt sich. Die Griechen sind das Pilotprojekt und der Rest wird nachziehen. Selbst bei der Gründung einer „Elite“-EU bestehend aus den Nordstaaten wird es dort einen Kahlschlag geben, weil die 1. Priorität immer die Versorgung der Gläubiger sein wird, um deren durch Wucherzins erzielten Forderungen zu bedienen.

  2. Niedersachse schreibt:

    Als Tschechien der EU beigetreten war, kritisierte Vaclav Klaus das „irreparable Demokratiedefizit“. Ich kann mich noch gut erinnern, daß ihn nicht nur die Medien mit Häme überschüttet haben. Seither sind noch unendlich viel mehr Versprechen und Verträge gebrochen worden, noch mehr demokratische Regelen abgeschafft, und die despotische Schlinge zieht sich zu.

    Gewaltherrschaft entsteht niemals ohne Zustimmung zumindest eines Teils des Volkes. In der Masse gibt es immer Menschen die sich nach „einer starken Hand“ sehnen, die bereit sind, ihre Freiheit an jemanden hinzugeben, von dem sie sich etwas erhoffen. Zur Macht gekommen, hät der Tyrann seine Versprechen dann nur für ein paar Tausend.

    Der Weg der Tyrannei ist unumkehrbar; auf die Gewalt, die sie eingesetzt hat, kann sie nie mehr verzichten. Deshalb wird man fühlen, wenn man sich nicht ändert.

    Die Masse ist auch unglaublich geschichtsvergessen: 1932 kam es in Deutschland zu 322 Terroranschlägen!

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