Menschen in Ketten: Die Schulden-Lüge (Teil 2)

In unserer ach so freien Gesellschaft sollen wir uns ständig für irgend etwas schuldig fühlen. Und wer sich schuldig fühlt oder Schulden hat, bekommt Angst. Die Angst, die Schuld nicht mehr ausgleichen zu können. Angst wiederum lähmt das Gehirn. Wir können nicht mehr richtig denken.

Wer sich mit unserem Geldsystem auseinandergesetzt hat, stellt vor allem zwei Dinge fest: Erstens, das meiste Geld wird aus Schuld (Kredit) erzeugt, wir haben also täglich einen Schuldschein in der Hand. Zweitens: Durch die immer höher werdende Geldmenge (von der ungleichen Verteilung soll hier mal jetzt nicht die Rede sein) und den den expotentielem Zinseszins-Effekt steigen die Schulden unserer Gesellschaften sehr viel schneller als wir an Gegenwerten erarbeiten, schaffen können. Der propagierte Wachstum ist in diesem Geldsystem ein Kampf gegen Windmühlen. Die Industrie gerät in diesem Wahn immer mehr unter Druck – das spürt schon jetzt die arbeitende Bevölkerung, die von Quartal zu Quartal gehetzt wird und trotzdem Angst um die Arbeitsplätze haben muss („Habe ich auch alles richtig gemacht? War ich wirklich nur fünf Minuten zu spät?“). Die nichtarbeitende Bevölkerung (Hartz-4 z.B.) hat es noch härter: Abfall. Der Fächer der Angst ist schon fast unübersichtlich geworden, für wen auch immer: Da wäre die Angst vor dem Terror, die Angst vor Verlust, die Angst vor Krankheiten, die Angst vor Überfremdung, die Angst vor dem Alter, die Angst vor der kleineren Jacht, die Angst vor der nächsten Stromerhöhung, die Angst vor … davor, irgendwie nicht mehr richtig teilnehmen zu können an diesem Gesellschaftsspiel.

Es gibt Alternativen zu diesem Schuldsystem, die es zu durchdenken gilt. Nur dafür muss man sich von dieser Angst befreien können. Was passiert denn, wenn man einfach nur vertraut? Darauf vertraut, dass man als wertiges Mitglied der Gesellschaft nur dann wertvoll ist, wenn man dieser, unserer Gesellschaft dient und nicht denen, die die demokratische Freiheit der Politik zerstören und eine stille Diktatatur von Banken- und Konzernen errichten wollen?

Was ist falsch daran, alles zu ignorieren, was destruktiv ist? Inzwischen ist fast jede größere Firma vom McKinsey-Geist durchsetzt, man muss sogar sagen: unterwandert. Wenn Sie also Ihre Wohnungsverwaltung, ihren Telefonanbieter, ihren Stromversorger anrufen und da ein geschäftliches Miteinander erwarten: Vergessen Sie es! Sie sind diejenige Person, die unter Druck zu setzen ist. Und die Mitarbeiter(in) der Firmen spüren diesen Druck genauso, weil es deren Vorgesetzte (weil sie Erfolg verbuchen wollen) die Vorgaben des Vorstandes weitergeben. Niemand hat den Raum zu hinterfragen. Kleine Kriege unter Freunden.

Wir sind in unserer Gesellschaft zumindest theoretisch soweit, dass niemand Angst haben und sich niemand unter Druck gesetzt fühlen muss. Wir verfügen über das geistige und das wirtschaftliche Potential für allgemeinen Wohlstand. Wir leben im Jahre 2012 und es ist mal Zeit, die Angst abzulegen und den künstlich-erzeugten Druck einfach Tschüß zu sagen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir sind frei, wir sind beschützt! Die Erde liebt uns. Und wir lieben auch. Wir können mit Kleinigkeiten anfangen: Sich nicht über die anderen Opfer der Angst aufregen, sich nicht verrückt machen lassen, wenn von irgendeiner Firma, einem Chef oder der berühmten Schwiegermutter ein böser Brief oder eine Mahnung kommt. Durchatmen, spazieren gehen, die Natur (Natürlichkeit) genießen, sich geliebt fühlen, sich freuen, dass man lebt, dieses Abenteuer erleben darf. Das Leben wurde uns geschenkt und wir müssen nichts, aber auch wirklich nichts zurückgeben. Aber wir können! Aber nicht wenn wir uns Angst einjagen lassen. Thanks God!

Zu einem späteren Zeitpunkt (da wartet noch einiges an Recherche-Arbeit) wird hier das Thema Schuld im religiösen Sinn genauer behandelt. Und da wird es erst richtig spannend!

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5 Antworten zu Menschen in Ketten: Die Schulden-Lüge (Teil 2)

  1. dieandereperspektive schreibt:

    Ein guter Ansatz, aber sind unsere Gedanke, Wünsche, Sehnsüchte nicht schon längst fremdbestimmt?
    Hängt nicht sogar das alles vom Euro ab?
    Wie kann man das Leben geniessen, wenn es bereits einen Preis dafür gibt?

    • Björn Kügler schreibt:

      Fremdbestimmung oder Selbstbestimmung? Ich glaube, dass ist schon die falsche Frage. Aber das ist der Punkt, an dem ich noch arbeite. Da gehts auch um Religionsgeschichte, Schriftfälschungen usw. Die Frage: „Hängt nicht sogar das alles vom Euro ab?“ fand ich erst lustig. Aber wahrscheinlich meinst du den drohenden Zusammenbruch in Verbund mit Chaos. Gerade dann sollten wir stabil aufgestellt sein, sonst werden die Ketten noch enger gezogen

      • dieandereperspektive schreibt:

        Nicht nur das, sondern auch … Was gibt es an Angeboten in unserer Freizeit, die nicht Geld kosten, gerade für die Abhängigsten, unsere Kinder und Jugendliche, Heranwachsenden? Egal was es ist, es hat mittlerweile alles einen Preis. (Kindergarten, Schule, Disco, Sportverein, Vergnügungspark, Musikunterricht, etc.) Fremdbestimmung also in Hinsicht von – nicht zur Freude, sondern für den Profit.
        Es gibt noch keine Angebote die nur zur Förderung von Initiative und Gestaltungsspielraum kostenlos angeboten werden.

        Stabil ist derzeit nur der Widerstand jede Alternative, die Alternativlosigkeit zu beenden, im Keim zu ersticken.

        Religion? Vielleicht hilft da das ein wenig weiter
        http://dieandereperspektive.wordpress.com/2012/05/27/christentum-religion-oder-opium-furs-volk/
        der von mir verlinkte kritische Beitrag dazu (2. Link), zeigt den Weg in diese Dimension und legt auch die Motive offen, die dazu führten.
        Am interessantesten dabei ist, dass mit Kirche damals wohl kein Gebäude gemeint war. Also das „Gotteshaus“ ein Produkt aus diesen „Korrekturen“ ist.
        Parallelen: Hexenverfolgung zu Kräuterheilkunde und Alchemie, denn mit der Ausbreitung wuchs auch die Anzahl der klassischen Mediziner und das Wissen um alternativer Heilkunde(Kräuterkunde) wurde mehr und mehr zurückgedrängt.
        Ausserdem Krankenkassenmedizin vs. Homöopatie und Akkupunktur und daraus resultierender Zielsetzung profitorientiert, anstatt ergebnisorientiert.
        Profitdenken ist Fremdsteuerung, weil es Lösungsansätze nicht zulässt, die sozial ausgerichtet sind oder auch gemeinnützig. Oder gibt es etwa dazu einen Forschungszweig?

      • Björn Kügler schreibt:

        Klar, maximales Profitdenken im Wettbewerb kennt die Moral als Kriterium nicht. Die Frage ist, was uns daran hindert, dagegen anzusteuern? Kinder und Jugendliche bekommen das natürlich auch zu spüren, sind noch viel wehrloser, aber das muss ja in der Zukunft nicht so bleiben. Die Antwort liegt sicher in diesem Glaubenssystem. „Opium fürs Volk“ hatte ich bereits gelesen und der Text ist tatsächlich ein Baustein in dem Puzzle, das ich hoffentlich bald fertig habe. Die These steht eigentlich schon, aber noch fehlt es an Recherchezeit. Und dass es in den ursprünglichen Schrift weder das Wort Pabst, noch das Wort Kirche und erst Recht keinen mit Reichtum protzenden Christen gibt, sollte eigentlich Allgemeingut sein, wenn sich jeder Christ ernshaft mit seiner Glaubensgrundlage beschäftigen würde und eben nicht einfach nur „nachglaubt/nachplappert“ – da sind wir wieder bei der Parallele zu unserem Wirtschaftssystem!

      • dieandereperspektive schreibt:

        Das macht Hoffnung!
        Interessant in diesem Zusammenhang ist auch „alter Glaube“ = Lehre vom Gleichgewicht in allen Dingen
        neuer Glaube = Gerechtigkeit steht über das Indidviduum
        Meine Anwort dazu, das Beste ist nicht das Vernünftigste.

        Profitdenken kennt weder die Moral, noch die Natur als Kostenfaktor, noch das Risiko, das mit der Nutzung von natürlichen Ressourcen verbunden ist (z.B. Atomenergie (Uran), Quecksilber). Durch diese Schieflage werden bestimmte Wirtschaftszweige extrem falsch bewertet und scheinen billiger als andere zu sein. Die komplette Risikobewertung ist eine einzige Lüge zugunsten von einiger weniger.

        Dazu kommen aber noch die Faktoren der Knappheit von Rohstoffen, Bevölkerungsentwicklung und mutierten Religionen (keine Empfängnisverhütung, keine aktive Sterbehilfe, freie persönliche Entscheidungen zu respektieren).

        Wie kann man eine jahrtausende alte falsche Erziehung wieder korrigieren?

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