Massenproteste in London gegen Kapitalismus und Sparpolitik

Nicht nur im EURO-Raum kommt es immer wieder zu Massenprotesten. In London gingen am Samstag Hunderttausende auf die Straße, um gegen den massiven Sparkurs ihrer Regierung zu protestieren.

Das Vereinigte Königreich wollte den EURO nicht und blieb beim Pfund. Da wir aber – auch wenn es anders erzählt wird – nicht unter einer EURO-Krise, sondern unter einer Finanz-, noch genauer: einer Demokratiekrise leiden, macht diese Krise vor Großbritannien nicht halt. Auch den Briten wird immer tiefer in die Tasche gelangt, auch dort sollen immer mehr Taler wandern – von einem Ort zum anderen, also von unten bis nach ganz oben. Wo man in Europa auch hinblickt: Die Menschen beginnen sich zu wehren, gehen in Massen auf die Straße, ganze Regionen möchten sich abspalten („EU-Desaster: Abspaltung statt Vereinigung“).

In Deutschland ist es dagegen richtig ruhig. Haben Sie was von dieser Großdemonstration am Samstag da in London gehört? Oder von der in Rom? Vielleicht müsste mal für einen Tag das Fernsehprogramm ausfallen … was dann wohl auf den Straßen los wäre. Vielleicht müsste in den Massenmedien auch öfter oder überhaupt darüber berichtet werden, wie sehr die Menschen unter den Abbau von sozialen Sicherungssystemen, der hohen Arbeitslosenzahl und der durch die skrupellosen Finanzoligarchen versumpften Politik leiden. Das geschieht jedoch nicht. Alles ist gut! Nehmen Sie eine bequeme Sitzposition ein, schlafen Sie ruhig weiter. Wir sagen Ihnen dann Bescheid, wenn wir gelandet sind. Raten Sie schon mal wo?

Noch eine kleine Anmerkung: Dass in den deutschen Massenmedien unter den sehr wenigen Berichterstattern zu dieser Demonstration auch tagesschau.de gehört, dürfte mit dem kürzlich massiven Beschwerden zu tun haben, nachdem die Tagesschau die Massenproteste in Madrid einfach ignorierte.

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7 Antworten zu Massenproteste in London gegen Kapitalismus und Sparpolitik

  1. MartinGreenDolphin schreibt:

    So lange wir dieses unfaire Finanzsystem aufrecht erhalten, werden wir immer wieder auf eine Krise zusteuern. Vom derzeitigen System profitieren nur bereits Vermögende. Als Lösung sehe ich nur die Einführung eines neuen Geldsystems bzw. einer Monetative und die Abschaffung des Zins!

  2. ladida schreibt:

    @Martin: Das mit dem Zins hat sich schon lange als falsch raus gestellt. Informieren sie sich bitte dazu. Was wir brauchen ist free banking, also ein System wo jeder ein Geldsystem anbieten kann, das ist dann freies Geld und nicht mehr dieses Zwangsgeld des heutigen Geldsozialismuses.

    Wer gegen den heutige „Kapitalismus“ protestiert ist wohl ideologisch verblendet. Wir kann man dieses Vorschriften und Regulierungssystem als freie Marktwirtschaft bezeichnen? Oder tut das nur der Autor und die in London protestieren ohne Rosarote Brille? Wer weiß.

    • MartinGreenDolphin schreibt:

      @ ladida: Wie kann sich die Problematik von etwas mathematischem,wie dem Zinssystem, als falsch herausstellen? Zinsen wachsen exponentiell (die Zinsverschuldung gleichsam auch) und die Wirtschaft kann nicht exponentiell wachsen. Das ist doch ein Problem oder nicht?

      • ladida schreibt:

        Zinsen wachsen nur ewig wenn man auch ewig Kredite vergibt. Im Normalfall zahlt man Kredit und Zinsen ja zurück. Das man Kredite quasi unendlich vergibt hängt mit dem Teilreservesystem und beliebig vermehrbaren Geld, Fiatmoney genannt, zusammen.

        Das man Zinsen als Ursache definiert ist ein unlogischer Rückschluss. Nur weil man Kredite gegen Zinsen verleiht, heißt das nicht das sie die Ursache für den quasi unendlichen Verleih sind.

        Und noch zum Punkt wo kommt das mehr an Geld, was man zurückzahlt her. Man muss mit dem Kredit nur einen Mehrwert schaffen, mit diesem verdient man dann im Normalfall auch das mehr an Geld. Die Banken bringen die Zinsen in Form von Gehälter ihrer Angestellten und in Form von der Auszahlung an die Kreditgeber wieder in Umlauf.

        Lies zB „Geldsozialismus“ von Roland Baader

  3. Don Furioso schreibt:

    PressTV gehört laut Wikipedia dem Iran. Ich weiß nicht, ob ich über diese Bericht lachen oder weinen soll. Lachen, weil der Iran eine Ayatolladiktatur ist, die selbst von Propaganda lebt. Weinen bei dem Gedanken, dass mein Vertrauen in die eigenen Medien soweit gesunken ist, dass ich es in Erwägung ziehe, dieser obingen Quelle Glauben zu schenken. Wenn man kritisches über Goldman Sachs sehen will, ist man beispielsweise besser bei RT aufgehoben als bei Fox News. Irgendwie irre.

    • Björn Kügler schreibt:

      Du hast recht mit deiner skeptische Haltung zur Quelle des Videos. Das ändert aber nichts daran, dass es diese Ptoteste gab und die Stimmung eher richtig wiedergegeben wurde (auch wenn man vermuten darf, dass nur die systemkritischten Kommentare zusammengeschnitten wurden).

      • Don Furioso schreibt:

        Und genau deshalb finde ich es zum Weinen. Ich bin aufgewachsen in einer Welt, in der die armen Ossis unter Propanganda zu leiden hatten und „wir im Westen“ es so viel besser hatten, soviel aufgeklärter waren. Heute übe ich mich in etwas mehr Bescheidenheit.

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