45-Fieber: Meine eigene Geldmaschine

Viele wollen sie – ich habe sie: Meine eigene Geldmaschine. Lange habe ich getüftelt, geschraubt und gedreht – nun ist sie fertig! Ich habe natürlich allen Freunden und Bekannten davon berichtet. Was glauben Sie, was da los war …

Wer eine so großartige Idee hat, kann sie selten für sich behalten. Ich auch nicht. Und so erzählte ich einem alten Schulfreund davon, mit dem ich auf ein Bier verabredet war. Natürlich hatte ich seine Neugier geweckt. Schließlich fragte er mich, ob er die Maschine denn auch benutzen dürfe, ich sie ihm ausleihen könne. „Klar,“ legte ich los, „aber weißt du, ich weiß nicht wann, weil es natürlich sehr viele Interessenten gibt, die meine Geldmaschine nutzen wollen.“ Schließlich bot er mir fünftausend Euro dafür an, sie als Erster ausleihen zu dürfen. Er fragte noch, ob ich sicher sei, dass sie funktioniert. „Sie ist zwar noch nicht ganz fertig, aber da bin ich mir jetzt ganz sicher!“ beruhigte ich ihn. Er gab mit das Geld, ich gab ihm ein Schriftsück, mit dem er die Bestätigung hatte diese Maschine als Erster ausgeliehen zu bekommen.

Ähnliche Schriftsücke verteilte ich an 99 andere Personen, jeweils zum gleichen Preis. Zum Glück hatte ich alle nummeriert, so dass eine Reihenfolge der Verleihung meiner Geldmaschine feststand. Daraufhin klingelte ständig mein Telefon: Wann die Maschine denn nun endlich fertig wäre, wie lange ich noch bräuchte usw. Dann rief mich mein alter Schulfreund an, dem ich das Leihrecht zuerst verkauft hatte: „Hey, mir hat jemand 10.000 Euro geboten, damit ich ihm mein Leihrecht übertrage. Nimm es mir nicht übel, aber da wurde ich ungeduldig und zog den Spatz in der Hand vor. Und einen satten Gewinn habe ich dabei auch gemacht“. Das war natürlich kein Problem für mich. Richtig interessant wurde es, als die ersten Leihrechtscheine bei ebay auftauchten und mit großem Gewinn verkauft wurden. Einer von meinen Bekannten war sogar ganz schlau und hat seine Leihrechtsbestätigung in zehn Teile gestückelt, das war die Nummer 68. Nun gibt es auch 68a, 68b, 68c etc. Nummer 68 fährt jetzt Porsche.

Meine Maschine war fertig. Ich trug sie nun immer bei mir, falls es Anfragen gäbe. Und tatsächlich war es die Nummer 1, mein alter Schulfreund, der mich zu einem Bier einlud und mich, locker am Tresen lehnend, fragte: „Hey, sag‘ mal, dass mit deiner Geldmaschine, das war doch nur Geschwätz, oder? Ich mein‘, ich habe meinen Leihrechtschein mit Gewinn verkauft, du kannst es mir also ruhig sagen.“ Ich sah ihn grinsend an und antwortete: „Nein, sie ist längst fertig und sie läuft prima! Willst du sie sehen?“ Klar wollte er sie sehen. Ich griff in meine Jackentasche und gab ihm den Text, den Sie gerade lesen.

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4 Antworten zu 45-Fieber: Meine eigene Geldmaschine

  1. Arno schreibt:

    Bist Bänker, was?🙂

  2. Hans Unland schreibt:

    Einfach köstlich. Parallelen zu Mechanismen der Finanzwelt wären aber nur rein zufällig. Oder?

    MfG
    Hans

    • Björn Kügler schreibt:

      Parallelen zur Finanzwelt? Gibt’s da welche? Nicht doch! Wirklich? Das ist natürlich ein ganz klarer Zufall. Dass wir uns da bloß nicht missverstehen. Ich mache mich jetzt lieber vom Acker,man.

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