So halb, so gut: Dokumentation auf ARTE zum „Staatsgeheimnis Bankenrettung“

Wir retten nicht die griechische Bevökerung, auch nicht die Portugiesen, die Iren oder die Spanier. Im Gegenteil sind es die Bürger dieser Länder, die unter der „Rettung“ zu leiden haben, unter den Sozialkürzungen und Spardiktaten als Gegenleistung für frisches Geld. In einem gestern gezeigten Beitrag auf ARTE vom preisgekrönten Journalist Harald Schumann wurde zumindest ein Teil des Betruges deutlich aufgezeigt. Für den anderen Teil fehlte hoffentlich nur die Zeit.

Abgekürzt wird in diesem Bericht folgendes Bild recherchiert: Banken in Spanien investieren Milliarden im Bau von Immobilien-Landschaften, die niemand braucht und die zu Geisterstädten verkommen. Das Geld wurde sich „ohne Probleme“ z.B. von der DEUTSCHEN BANK geliehen. Die spanischen Banken hatten sich jedoch hoffnungslos verspekuliert (vermutlich floss bereits genügend Geld in dei Bauwirtschaft und die Entscheider kümmert der Rest wenig). Jetzt wären diese Banken im Normalfall – also nach dem Gesetz der Marktwirtschaft – pleite gegangen. Aber damit wären auch die Milliardenaußenstände der DEUTSCHEN BANK als einer der Gläubiger einfach verpufft, weg. Um dies zu verhindern, mussten z.B. spanische Banken gerettet werden, also die Investitionen in die Spekulationen. Und dafür muss der spanische Bürger aufkommen und findet dies natürlich ungerecht. So oder ähnlich ließe sich dies auch für Griechenland, Irland und Portugal zusammenfassen. Abgerundet wird die Dokumentation mit amüsanten und dreisten Interviewpartnern (Schäuble: „Das sehen Sie zu naiv!“).

So weit, so gut. So weit, so halb. Vielleicht bedarf es auch der kleinen Häppchen an skandalösen Hintergründen, um als Zuschauer überhaupt etwas verdauen zu können. Denn wesentliche Fakten bleiben im Hintergrund:

Natürlich leiden die Menschen in diesen Ländern. Sie leiden aber nicht, weil sie die Investitionen der DEUTSCHE BANK oder einer anderen ausländische Bank retten. Sie leiden unter dem Spardiktat, das umgesetzt werden muss, damit die Regierungen überhaupt das Geld für die Rettungen der Banken (ausländischer Investitionen bekommen).

Natürlich wollen die Regierungen, allen voran die von Deutschland und Frankreich, dass die Großbanken gerettet werden. Fast alle westlichen Staaten sind hoch verschuldet. Deutschland hat über 2 Billionen Miese bei den Finanzinstituten. Was glauben Sie was los gewesen wäre, wenn Merkel und Steinbrück 2008 der DEUTSCHEN BANK die kalte Schulter gezeigt hätte?

Natürlich zahlen jetzt die Südeuropäer die Zeche und werden privatisiert und ausgeplündert auf dass es kein Halten mehr gibt. Damit sie besser wirtschaften können, heißt es. Nur mit welchem Geld? Außenminister Kerry hat gerade gestern wieder betont, dass Deutschland in Europa die Führungsrolle hätte. Dass er Großbritannien dabei bewusst ignorierte, kann nur ein Indiz dafür sein, dass es um die Schuldenfinanzierung in EURO geht: Führungsrolle heißt dann vor allem die Übernahme von Garantien. Die Garantien dafür, dass die finanziell maroden Staaten im Zahlungsausfall eben ausfallen, aber dass die wenigen EURO-Menschen, die noch zahlen können, alle Schulden übernehmen. Diese wenigen EURO-Menschen wären dann am Ende die Deutschen. Und genau die sind es, die besonders fleißig die Halbwahrheiten akzeptieren, bevor die irgendwann dumm aus der Wäsche gucken. Währenddessen ist man anderswo in Europa ein paar Schritte weiter. Von den Massendemonstrationen wurde hier schon oft berichtet, aber ganz konkret wurde bei der jetzigen Parlaments- und Senatswahl welche politische Partei die Stärkste? Die „5 Sterne Bewegung“ von Komiker Grillo, der es gar nicht witzig findet, wie verfilzt die Parlamentarier und Senatoren mit den kriminell agierenden Eliten, sprich Mafia, Logen, Banken sind. Das sahen fast ein Viertel der Wähler auch so und machten die Partei damit zur Meistgewählten in Italien (die knapp davor liegenden Mitte-Links und Mitte-Rechts-BÜNDNISSE sind eben keine einzelnen Parteien). Ob hierzulande die FDP gerade darüber nachdenkt Mario Barth in ihrem Wahlkampf einzuspannen? Hier scheint alles möglich zu sein.

Doch bevor Sie nun googeln müssen und sehen wollen, wer Mario Barth ist, sehen Sie lieber trotz nur eines richtigen Puzzleteils die Doku „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ in der ARTE+7 Mediathek.

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6 Antworten zu So halb, so gut: Dokumentation auf ARTE zum „Staatsgeheimnis Bankenrettung“

  1. Pessimist schreibt:

    Sehr guter Beitrag.
    Aber last uns doch endlich das gleiche tun wie in Italien.
    Schmeißt dieses koroupte Pack von CDU,FDP,SPD,GRÜNE und ROTE aus dem Bundestag.
    Ich für meinen Teil werde im September (hoffentlich auch alle ehemaligen Nichtwähler) Wählen gehen.
    Es gibt noch Partein mit deren Programm ich noch einigermaßen konform bin.
    Es sind die Freien Wähler oder die Partei der Vernunft.
    Geht alle Wählen, und last uns dieses Pack aus den Bundestag verschwinden.

    • Ralf schreibt:

      Leider haben die in Italien nichs getan. Die haben unter zuhilfenahme des mehrmals verurteilten Mafiosi Berlusconi, der immer noch das Zünglein an der Waage spielt, ein Regierungsbündnis für die Banken gegen Grillo geschlossen, der jetzt praktisch noch die einzige Opposition in Italien bildet, ohne verhindern zu können dass die anderen, korrupten Parteien ihr Volk den Banken ans Messer liefern. Dafür haben sie den 90 Jahre alten Greis Napolitano zum Staatspräsidenten gemacht, der jetzt sogar den mehrfach verurteilten Mafiaverbrecher Berlusconi amnestieren will weil der droht, sonst die Koalition der Abzocker platzen zu lassen.

  2. Klasse Artikel! Plakativ daher gesagt, wünscht man sich manchmal einen Tyler Durden der alles mal wieder auf 0 setzt. Wird Mario Barth tatsächlich in den Wahlkampf eingespannt, so würde die FDP wenigstens ihrer Line treu bleiben – Müll reden und dabei es nicht mal schaffen, sympathisch rüberzukommen.

    Lg
    Daniel

    • Ralf schreibt:

      Auf Null setzen ist das Zauberwort. Merkel,Steinbrück, Schäuble, Asmussen und wie diese Verbrecherbande von professionellen Konkursverschleppern noch heißt haben die einmalige Möglichkeit mit Absicht versemmelt, diese ganzen Mafiosischwarzgelder und sonstiges inerhalb den letzten 50 Jahren zusammengeraubtes Kapital, unter anderem auch das der Boni kassierenden Bänkster selbst, in Form eines korrekten Konkurses der betroffenen Banken die Bach runter gehen zu lassen, und dieses habgierige Pack das eigentlich in die Grube gefallen war die sie sich in ihrer grenzelosen Habgier selbst gegraben haben, mit einem Schlag zu enteignen, statt dessen wird die Bevölkerung ganz Europas in Haft genommen und versklavt, und müssen das Luftgeld dieser Verbrecher in den nächsten Jahren zu echtem machen. Dazu nutzt man das verlogene Argument das ja auch die private Rente der kleinen Sparer gefährdet gewesen wäre, hätte man die Banken nicht für 750 Milliarden Euro (nach oben noch offen weil es ja jetzt ein PERMANENTER Rettungsschirm EFSF geworden ist, das muß man sich nur mal auf der Zunge zergehen lassen)gerettet, dabei wären mit einer Staatsbürgschaft für alle Einlagen der Kleinanleger bis 100 000 Euro alle kleinen Privatrenten für weniger als 50 Milliarden also ein Bruchteil des Geldes abgesichert gewesen. Das werden unsere Kinder massiv zu spüren bekommen so wie jetzt schon die Kinder der Spanier,Griechen usw. , während jetzt schon diese Staatsmafia um unsere gewählten Volksvertreter herum sich die Hände reibt. Das von ihnen wiederholt und fortgesetzt begangene Verbrechen Konkursverschleppung wird aber erst vom Steuerzahler zu bezahlen sein wenn es schon lange nicht mehr strafrechtlich zu belangen also verjährt ist, und die Großverbrecher werden aus dem Schneider sein während wir alle für ihre Verbrechen noch jahrzehntelang bezahlen müssen.

      • Mephisto schreibt:

        Ich stimme emotional zu.
        Allerdings sind die wahren Träger der Macht die Halter des „großen Geldes“, Funktionäre in der Politik und anderswo sind deren Ableitungen.
        Daher wird es nicht geschehen, daß „die Politik“ gegen die Interessen von „big money“ verstößt!
        Auch das „EU.Parlament“, das weder das Recht hat Gesetze einzubringen (!) noch ein Haushaltsrecht hat (!) ist nur Fassade.

  3. dieter gedöns schreibt:

    lieber ein ende mit schrecken, als ein schrecken ohne ende und genau aus diesem grunde müssen banken pleite gehen dürfen und fallen gelassen werden wie heisse kartoffeln, alles andere ist selbstbetrug. nur so kann sich dieses kranke system selbst heilen und wieder auf 0 setzen. und ja, auch das geld der sparer ist dann weg, denn wir alle haben über unsere verhältnisse gelebt. reichtum geht immer zu lasten anderer.

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