Spenden-Gala bei Günther Jauch: Reichen 8 Milliarden Euro nicht?

Gestern Abend drehte sich in der ARD-Sendung alles um die Opfer der Flutkatastrophe. Mehrere Prominente nahmen am Telefon Geldspenden entgegen. Der ARD scheint unserer Regierung nicht zu trauen. Denn diese sagte bereits Tage zuvor Hilfsgelder in Höhe von 8 Milliarden Euro zu.

In den letzten Jahren wurden wir mit Milliarden-Beträgen überflutet. Ob Bankenhilfe für Deutschland, Portugal, Griechenland und Irland, ob Baukosten, die in Hamburg, Berlin und Stuttgart in die Höhe schnellen: die Benennung eines Milliardenbetrages ist längst inflationär geworden. Wissen wir eigentlich noch, wie viel Euro eine Milliarde Euro sind? Zur Erinnerung: Es sind 1.000 Millionen! 10 x 100 Millionen!

Für die Opfer der Flutkatastrophe und für den Wiederaufbau hat die Bundesregierung letzte Woche also 8.000 Millionen zugesichert. Das sei eine „realistische Größenordnung“, versicherte man uns. Dafür spricht, dass die nach der „Jahrhundertflut“ 2002 bereitgestellte Summe von 6,5 Milliarden Euro noch nicht aufgebraucht ist.

Für den Steuerzahler ist diese Summe ein gewaltiger Kraftakt, einer der sein muss. Anders als bei den Milliarden für die Bankenrettungen müssen die Flutopfer auf die Solidarität ihrer Mitbürger vertrauen, um wieder auf die Beine kommen zu können. Kanzlerin Merkel sagte die Hilfsgelder im Namen der jetzigen und zukünftigen Steuerzahler zu. Und das war an und für sich richtig.

Zwei Dinge sind jedoch kritisch anzumerken. Der ARD ist ein von Steuergeldern finanzierter Sender. In der gestrigen Sendung „Günther Jauch“ wurden dort die Fernsehzuschauer dazu aufgefordert, für die Flutopfer zu spenden. 7,6 Millionen Euro sind so zusammen gekommen. Es haben sicher darunter auch Zuschauer gespendet, die eigentlich jeden Euro brauchen. Aber wenn Schwiegersohn-Typ Jauch so treulieb guckt, da kann so manche Rentnerin nicht anders und gibt an einen der Prominenten, die am Telefon waren, ihre Kontodaten durch. Die Frage muss gestellt werden dürfen: Warum ist das nötig? Traut der Sender der Bundesregierung nicht? Vor allem ist gar nicht klar, wie das Geld bei den Opfern ankommen soll.

Da sind wir auch schon beim zweiten kritischen Punkt: Es muss offen gelegt werden, wie die Summen sich auf die Flutopfer und in den Wiederaufbau verteilen. Bei 8.000 Millionen Euro ist die Gefahr sehr groß, dass ein beträchtlicher Teil davon in überteuerten Baumaßnahmen, unnötigen Studien oder in Planungsbüros und Anwaltskanzleien versickert.

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2 Antworten zu Spenden-Gala bei Günther Jauch: Reichen 8 Milliarden Euro nicht?

  1. Marco schreibt:

    7,6 Millionen …. nicht Milliarden.

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