Logbuch-Eintrag 24. Juni 2013: Skepsis bei Snowden, stille Enteignung und ein ungeklärter RAF-Tod

In einer Reportage, die gestern Abend im NDR-Fernsehen lief, wird der Frage nachgegangen, ob sich RAF-Terrorist Wofgang Grams selbst tötete oder gar gezielt von der Einsatztruppe GSG 9 hingerichtet wurde. Es ist eine Geschichte mit gedecktem V-Mann und einer großen Portion Versagen. Vor 20 Jahren … Der Sumpf ist sicher tiefer als hier vermittelt wird bzw. werden kann, jedoch trotzdem ein interessante Bericht.  Hier der Link zur Mediathek.

„Wenn sich Banken verspekulieren, sollen künftig nicht mehr die Steuerzahler leiden … ESM-Zahlungen an eine Bank sollen nur erlaubt werden, wenn etwa das Heimatland sonst selbst Probleme bekommt oder eine mögliche Pleite des Geldinstituts das Finanzsystem ins Wanken bringen kann. Einen Teil der Kosten muss der Heimatstaat der Bank tragen. Zunächst sollen aber Anteilseigner und Gläubiger zur Kasse gebeten werden.“ So schrieb es DIE ZEIT am 21. Juni. Man sollte sich das genau durchlesen, denn da stecken so einige Finten drin. Zum einen wird zugegeben, dass der Steuerzahler bei den Bankenrettungen direkt belastet wurde. Also nicht für die griechische, portugiesische oder zyprische Bevölkerung war dies Geld, sondern eben für die PRIVATEN Finanzinstitute. Außerdem wird suggeriert, dass der Steuerzahler zukünftig verschont bliebe. Nur: Wer haftet denn für die bereitgestellten Geldsummen? Natürlich die Mitgliedsländer des ESM und deren Steuerzahler, ähnlich wie bei der EZB. Deutschland stellt jeweils den größten Anteil. Aber das Beste kommt noch: Anteildeigner und Gläubiger sollen zukünftig zuerst bluten. Das können dann auch die stinknormalen Besitzer eines Bankkontos sein. Wir erinnern uns daran, dass die Grenze der Enteignung zyprischer Bankkunden erst nach lautem Protest auf 100.000 Euro gesetzt wurde …

Wo wir bei Geld sind: Ein interessantes Interview mit „Börsenguru“ Marc Faber über die Anfänge der Finanzkrise und den künstlichen Blasen fand sich heute bei der Wirtschaftswoche. Zu der Geldflut-Politik meint Faber: „Von der Politik des leichten Geldes profitieren vorwiegend jene, die in der Nähe des Geldstroms tätig sind … Früher oder später wird es viel böses Blut geben, und dann kann es recht ungemütlich werden für die Wohlhabenden.“ Noch aber setzt er auf Milchprodukte in Viatnam …

Etwas verdutzt stolpere ich immer wieder über neueste Meldungen zu den NSA Whistleblower „Snowden“. Bisher hatte er nichts wirklich Überraschendes zu erzählen. Hui, die Datenströme werden angezapft, abgehört, gespeichert. Das sind Geheimdiemste, das ist deren Job. Glaubt denn wirklich jemand, dass ein Geheimdienst zwar über die beste Technik und entsprechend extrem gut ausgebildete Mitarbeiter verfügt und diese dann nicht nutzt? Interessanter ist, dass der sich nun auf der Flucht befindende Snowden noch sehr viel mehr Dokumente in der Tasche hat, so behauptet er es zumindest. Und worauf wartet er? Also ich kenne das so: Irgendwelche Helden kommen zu irgendwelchen brisanten Informationen, um diese dann irgendwelchen Medien zu übergeben – noch gerade rechtzeitig, bevor sie von jagenden Agenten ausgeschaltet werden. Okay, jetzt könnte man sagen, dass der Held Snowden die weiteren Dokumente braucht, um gegenüber den Sicherheitsbehörden – welchen auch immer – Verhandlungsspielraum zu haben.  Nur dann hat dies nichts mehr mit der Sorge und der Kritik zu tun, warum er überhaupt PRISM und Dingsda öffentlich machte. Kurz: Entweder oder. Oder ist Skepsis.

Nachtrag zu Grams Tod in Bad Kleinen 1993: Die ARD bringt heute ebenfalls eine Doku zum Thema. Um 23:30 Uhr heißt es: „Zugriff im Tunnel“. Und auf tagesschau.de erschien zum Thema gerade ein Artikel

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5 Antworten zu Logbuch-Eintrag 24. Juni 2013: Skepsis bei Snowden, stille Enteignung und ein ungeklärter RAF-Tod

  1. TaiFei schreibt:

    „Nur: Wer haftet denn für die bereitgestellten Geldsummen? Natürlich die Mitgliedsländer des ESM und deren Steuerzahler, ähnlich wie bei der EZB. Deutschland stellt jeweils den größten Anteil.“
    Niemand haftet für die EZB. Kann ja gar nicht funktionieren, da ja NUR die EZB echtes Geld schöpft. DE müsste sich also Geld von Banken leihen, die sich wiederum Geld von der EZB leihen um dann die Schulden der EZB zu bezahlen oder wie? Ferner ist DE auch kein Anteilseigner der EZB allenfalls die Bundesbank. Auch deren Schulden muss kein Deutscher übernehmen. Gleiches Prinizip wie EZB.

  2. AntiTerrorist schreibt:

    William Binney, im August 2012, über das Überwachungsprogramm der US-Regierung, das seit September 2001 die Spionage der eigenen Bevölkerung betreibt.

    1 Jahr früher als B.Manning.


    Hier ein kurzer Auftritt bei Maybrit (Bilderberg) Illner

  3. Clare Barrera schreibt:

    wenn das wirklich so ist.Wie weit reicht der braune Sumpf denn noch in dieser Republik?

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