Umstrittener EU-Plan: Die Wasserprivatisierung hat längst begonnen

–>imagesDie EU-Kommission will unsere Trinkwasserversorgung in die Hände von Konzernen legen. Über die sozialen Netzwerke machen sich Wut und Empörung breit. Es gelte zu verhindern, dass Trinkwasser zum Spekulationsobjekt werde. Höchste Zeit, denn die Privatisierung des unverzichtbaren Guts ist bereits voll im Gange.

Grundlage ist eine neue Richtlinie über die Konzessionsvergabe der Europäischen Union. Darin heißt es, dass der Markt für die Wasserversorgung geöffnet werden müsse. Wörtlich heißt es in dem Papier:

„Um bei der Anwendung der Konzessionsvergabevorschriften in den Bereichen der Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung sowie der Postdienste eine wirkliche Marktöffnung und ein angemessenes Gleichgewicht zu erreichen, dürfen die von der Richtlinie erfassten Einrichtungen nicht aufgrund ihrer Rechtsstellung definiert werden.“

Die Trinkwasserversorgung ist ein sehr ertragreiches Geschäft, da der Mensch schlichtweg von der Wasserversorgung abhängig ist, notfalls zahlt er jeden Preis. Die Portugiesen spüren das jetzt schon. Nachdem der Pleitestaat auf Druck der Troika (EU/EZB/IWF) jüngst mit der Privatisierung begonnen hatte, stieg der Preis für das Trinkwasser um ca. 400 %. Auch die Griechen müssen sich dem Druck der EU-Macht beugen und beginnen mit dem Verkauf ihrer Wasserwerke.

Von der geplanten Privatisierung innerhalb der EU-Staaten dürfte mit Sicherheit der französische Konzern VEOLIA profitieren. Bereits in 72 Ländern ist der Konzern aktiv beteiligt, da sprudelt es nur so an Profit, wobei die Transparenz nicht gerade wasserklar ist. In Deutschland ist VEOLIA ebenfalls längst aktiv. In Berlin ist der Konzern seit 1999 zusammen mit dem RWE-Konzern mit 49,9 % an der Trinkwasserversorgung beteiligt. Die Berliner Bürger allerdings wollen das Trinkwasser wieder komplett in ihrer Hand wissen und erreichten per Volksentscheid, dass der Berliner Senat die Rekommunalisierung vorantreiben muss. Pikant: Ausgerechnet ein Politiker von der LINKEN, nämlich Wirtschaftssenator Harald Wolf, stemmt sich mit allen Mitteln gegen die Entscheidung der Berliner Bürger. Die Auseinandersetzung dauert an. Aber VEOLIA macht nicht nur in Berlin wasserdichte Geschäfte, auch in den neuen Bundesländern sowie in Niedersachsen und in Hessen darf sich der Konzern bereits über zahlreiche Beteiligungen freuen.

Dass man sich durchaus erfolgreich gegen diese Plünderung wehren kann, haben uns die Bürger Boliviens gezeigt. Dort kam es im Jahr 2000 zu massiven Protesten, als bekannt wurde, dass die damalige Regierung die Wasserversorgung privatisieren wollte. Erfolgreich konnte sich die Bevölkerung durchsetzen, denn heute ist nicht nur das Wasser in Staatsbesitz, sondern auch wieder die Stromversorgung. Bolivien hat in der UNO daraufhin folgende Resolution durchgesetzt: „Wasser ist ein Menschenrecht“.

Und genau so nennt sich auch die Kampagne der Europäischen Bürgerinitiative, mit der die Privatisierung unseres Trinkwassers verhindert werden soll. Eine Million Unterschriften werden bis September 2013 benötigt, um das Thema auf die Agenda der EU zu setzen. Bis heute sind es bereits über 366.000. Sie können hier mit ihrer Unterschrift unterstützen und somit Ihr wertvollstes Gut schützen. Wir machen die nicht demokratisch gewählten EU-Kommissare mal so richtig nass.

Zur Ergänzung hier ein Beitrag des ARD-Magazins „MONITOR“ mit dem Titel „Geheimoperation Wasser“, der ebenfalls die EU-Pläne zur Wasserprivatisierung behandelt.

https://www.youtube.com/watch?v=JJvASlzH_Z0

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24 Antworten zu Umstrittener EU-Plan: Die Wasserprivatisierung hat längst begonnen

  1. joggler schreibt:

    Den Film „Water makes money“ sollte man in diesem Zusammenhang gesehen haben:

  2. neunundneunzigprozent schreibt:

    Satans Handlanger werden immer dreister!!!Verschwöhrungstheorie hin oder her,es ist alles im NWO Plan!!!Mann muß nur mal solche Bücher lesen die schon vor etlichen Jahren geschrieben worden sind wo die Masse der Schafe noch lachten.Die würden jetzt dumm aus der Wäsche schauen!!!

  3. dieandereperspektive schreibt:

    Wenn sich die LINKE für so etwas auch nur ansatzweise hergibt, dann ist sie für tot zu erklären!

    • Björn Kügler schreibt:

      @dieandereperspektive: Nein, aber interessanter Link. Danke!

      • dieandereperspektive schreibt:

        Nun, ich sties danach dann aber auch auf das, und das widerspricht nun wieder alles.
        Wird so langsam kontrovers, oder?
        http://www.taz.de/!82392/
        Also welche Rolle spielt er wirklich dabei?

      • Björn Kügler schreibt:

        Da kann man tatsächlich ins Straucheln geraten. Aber wer bei Wolf nicht von einem Interessenskonflikt sprechen mag, ist meines Erachtens erwas naiv. Hier ein interessantes Interview dazu: http://www.webcitation.org/5yYfnnHwS

      • dieandereperspektive schreibt:

        Nun, ich entnehme daraus, dass es wohl wieder um einen Interessenkonflikt geht und es wohl wieder darauf hinausläuft, dass ein Politiker eben während seines Amtes keine anderen Nebentätigkeiten ausüben sollte. Das kann dann wieder jeder so sehen wie er möchte, ich komme jedoch zu diesem Ergebnis. Wir werden nicht mehr von Volksvertretern vertreten, sondern von Wirtschafsfunktionären, das kann so nicht gut gehen.

  4. Pingback: “Water Makes Money”: Wasserkonzern verschluckt sich an Klage gegen Filmbeteiligte |

  5. joggler schreibt:

    Ein weiterer Artikel zu diesem Thema von heute:
    Water Makes Money”: Wasserkonzern verschluckt sich an Klage gegen Filmbeteiligte
    https://denkland.wordpress.com/2013/01/23/water-makes-money-wasserkonzern-verschluckt-sich-an-klage-gegen-filmbeteiligte/#comment-1137

  6. Pingback: “Water Makes Money”: Wasserkonzern verschluckt sich an Klage gegen Filmbeteiligte « Morbus ignorantia – Die Krankheit Unwissen

  7. Pingback: Anonymous

  8. Pingback: “Water Makes Money”: Wasserkonzern verschluckt sich an Klage gegen Filmbeteiligte [aktualisiert] | K U L I S S E N R I S S

  9. Reporter112 schreibt:

    Energie, Müllabfuhr, Gesundheits- und Sozialwesen sind schon weit gehend in den Händen von Investoren und Fonds (Konzerne, Banken und Versicherungen). Die Preise steigen, für die zunehmende Zahl von Geringverdienern wird die Lebensgrundlage unbezahlbar. Was das bedeutet, kann man schon heute auf dem afrikanischen oder asiatischen Kontinent sehen. Dort ist Trinkwasser für ganz viele Menschen unbezahlbar. Traurig ist, dass unsere Investoren vermutlich bei diesen Aktionen die hinterzogenen Steuergelder „unterbringen“. Erst den Staat in Geldnot bringen, ihm Geld leihen, über „Rate-Agenturen“ die Zinsen unermesslich erhöhen und dann Staatsbetriebe kaufen. Was willfährige Politiker nicht bemerken: Mit dem Ausverkauf ihres Staates schwinden ihre Macht und ihr Einfluss. Investoren bleiben nur so lange freundlich bis sie ihr Ziel erreicht haben. Dann nämlich haben sie die Macht, das Geld hatten sie schon.

    • dieandereperspektive schreibt:

      Die Serien Spartacus und Game of Thrones geben dazu reichlich Hinweise, dass es nicht nur so ist, sondern es auch so eintreffen wird. Je mehr Politiker sich als Handlanger für die Machenschaften der Finanz- und Wirtschafts-„elite“ hergeben, desto tiefer schaufeln sie ihr eigenes Grab. Denn haben sie mal ihr Ziel erreicht, wird das Überflüssige über Bord geworfen und das sind vorallem Kommissare und Abgeordnete.

  10. Pingback: Wasserprivatisierung: Eine Million Bürger machen EU-Kommission nass |

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