Heimlich aufgezeichnetes Juncker-Gespräch: Es ging um geheime NATO-Armeen

Im Schatten der Geheimdienstaffäre wird Luxemburgs Parlament aufgelöst. Die Medien berichten darüber, wie ein Gespräch zwischen Premier Juncker und seinem Geheimdienst heimlich aufgezeichnet wurde – von seinem Geheimdienst. Dass es in diesem Gespräch um geheime NATO-Armeen in Europa ging, kommt in der deutschen Berichterstattung jedoch nicht vor.

Von Spiegel-Online bis zu den ARD Tagesthemen: Die deutschen Medien beschreiben mit Genuss, wie ein Gespräch Jean-Claude Junckers mit dem Geheimdienst heimlich aufgezeichnet wurde – vom Geheimdienstchef höchstpersönlich, der eine entsprechend präparierte Armbanduhr am Handgelenk trug. Es wäre wie in einem Agentenfilm aus den 70er Jahren gewesen, erfuhr der Zuschauer der ARD Tagesthemen.

Aber worum ging es überhaupt in der Unterhaltung zwischen Premiere Juncker und seinem Geheimdienst? Mit etwas journalistischer Neugier wäre dies leicht herauszufinden gewesen. In den deutschen Medien aber wird dieser Frage nicht nachgegangen.  Die Antwort dazu war hier schon am 20. April zu lesen. Im Artikel „Rechter Terror, geheime Nato-Armeen und der NSU-Prozess: Die Bombe platzt in Luxemburg“ findet sich folgendes Zitat:

„Wie das „Luxemburger Wort“ am Donnerstagabend aus zuverlässiger Quelle erfuhr, fand im Januar 2006 tatsächlich ein solches Treffen zwischen Premier Jean-Claude Juncker, Justizminister Luc Frieden, Srel-Chef Marco Mille und dessen Mitarbeitern André Kemmer und Frank Schneider statt – und dieses wurde ohne Wissen der Regierungsmitglieder aufgezeichnet. Thema der Unterredung war unter anderem eine mögliche Verstrickung zwischen Stay Behind und der Bommeleeër-Attentatsserie.“ Wort.lu, 18.04.2013

„Stay Behind“-Armeen, auch „Gladio“ genannt, gab es während der Nachkriegszeit in ganz Europa – bis mindestens 1990. Diese von der NATO befehligten Armeen waren streng geheim und sollten im Falle einer sowjetischen Invasion die Kommunisten hinter der Frontlinie sabortieren. Der CIA und der britische Geheimdienst MI6 rekrutierte für diese Armeen hauptsächlich Rechtsextremisten und Antikommunisten. Brisant: Diese Armeen wurden auch genutzt, um durch gezielte Terroranschläge Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen, wie zum Beipiel der Terroranschlag 1980 in Bologna/Italien.  Auch in Deutschland gab es diese Geheimarmeen der NATO. Dies wird der Öffentlichkeit aber bisher vorenthalten, auch Anfragen von Abgeordneten an die Regierung blieben bisher unbeantwortet. Diese Anfragen drehten sich um mögliche Verwicklungen dieser Geheimarmeen beim Oktoberfestattentat 1980 in München.

Der Prozess um die Bombenleger-Affäre befindet sich derzeit in der Sommerpause. Die Akten, die der Geheimdienst zu den Stay Behind-Armeen angelegt hatte, wurden von der Richterin beschlagnahmt. Zu erwarten ist genau das, was ich schon am 20. April vermutete: Die Bombe platzt in Luxemburg.

Hat das Schweigen zu den Stay Behind-Armeen in Deutschland spätestens dann ein Ende?

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18 Antworten zu Heimlich aufgezeichnetes Juncker-Gespräch: Es ging um geheime NATO-Armeen

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  2. General-Investigation@web.de schreibt:

    Was ist an GLADIO neu? Spätestens seit dem Buch und den Filmbeiträgen von Daniele Ganser ist das mehr als bekannt. Wer denn die Filme immer noch nicht kennt die schon zigfach gezeigt wurden:

    „Gladio – Geheimarmeen in Europa Doku Deutsch“

  3. heintirol schreibt:

    Dies könnte auch den Mitgliedern der NSU ein neues Gesicht geben.

    • Welfing schreibt:

      Einen „National-Sozialistischen Untergrund“ hat es NIEMALS gegeben!
      Dieser gesamte NSU ist ein reiner Stasi-Türke!
      Der vorstehende Film zeigt eindeutig, wie soetwas funktioniert, und das seit den Anfangen der BRD !

      WELFING

      • heintirol schreibt:

        Das denke ich ja auch schon die ganze Zeit. Für mich war ausschlaggebend die aussagen der deutschen Geheimdienstler und MA der LKA´s und des BKA, dass die 3 niemand auf ihrer Fahndungsliste hatten. Aus welchem Grund haben denn sich die 2 mutmaßlichen Täter selbst gerichtet und vorher noch das Haus angezündet? Wurden sie liquidiert? Ich neige zu dieser Meinung. Hinzu kommt: Man reist nicht einfach so durch die Lande und erschießt Leute. das schaute mehr nach Auftragsarbeit aus.

  4. Habnix schreibt:

    Wer braucht Terroristen zum eigenen Vorteil nötiger als Regierungen und Konzerne in aller Welt ?

    Der Bürger hat sowas nicht nötig.

  5. Speedjunkie schreibt:

    Nicht zum eigenen Vorteil😉 In diesem Zusammenhang dürfen wir nicht vergessen, das wir uns noch immer im Kriegsähnlichen Zustand befinden. Wir haben noch immer keinen gültigen Friedensvertrag und unterliegen noch immer Besatzungsrecht.

    http://lupocattivoblog.com/2010/02/23/damit-sich-niemand-wundert-wem-gehort-deutschland-wirklich-rothschild/

    http://www.jahrhundertlüge.de/index.php?option=com_content&view=article&id=16&Itemid=8

  6. Welfing schreibt:

    Hier wird deutlich, daß das gesamte Nachkriegs-€Uropa eine einzige, gewaltige und gewalttätige Fälschung ist, eine Manipulation mit dem Zweck, jede völkische Regung als terroristisch zu verunglimpfen und gleichzeitig die Angst im Volke zu schüren, damit nur ja jeder stillhält, wenn die wahren Terroristen, nämlich die im Machtmonopol des $y$t€m$, eine Beschränkung nach der anderen hochziehen, immer noch mehr bespitzeln und gleichzeitig immer noch mehr Chaos verursachen, in dessen Windschatten sie bequem und völlig ungestört die Weltherrschaft der Neuen Welt-Ordnung betonieren können!

    WELFING

  7. roseny schreibt:

    Es ist schon so, dass sie die Geheimdienste etc. einen neuen Job suchen mussten, als der Osten „zusammenbrach“. Und es ist auch sicher so, dass da ein paar Menschen Oberwasser bekommen haben und es übertreiben. Hat sich die Politik da etwas geschaffen, an dessen Gängelband sie – und / oder wir – jetzt hängt?

  8. aussteiger schreibt:

    Jean-Claude Juncker: »2013 könnte ein Vorkriegsjahr werden wie das Jahr 1913« / Martin Armstrong: Reale Kriegsgefahr — 2014
    http://campogeno.wordpress.com/2013/07/14/2013-ein-vorkriegsjahr-wie-1913/

  9. Alex schreibt:

    Das war schlicht und einfach der jüdische Geheimdienst Mossad. Gladio wird nur vorgeschoben. Es ist immer wieder dasselbe Spiel.

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